Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Argentinische Präsident Mauricio Macri bei ihrem letzten Zusammentreffen im Mai. Quelle: imago / Jürgen Heinrich.

Worum geht es Merkel bei ihrem Argentinien-Besuch?

Gepostet am 08.06.2017 um 12:44 Uhr

Bundeskanzlerin Angela Merkel reist zum ersten Mal in ihrer Amtszeit nach Argentinien. Von einer Anti-Trump-Allianz will sie nichts wissen, andere Themen stehen im Vordergrund. Beobachtungen und Einschätzungen unserer Korrespondentin Marion von Haaren.

“Ein gutes argentinisches Steak, warum nicht. Aber ich esse auch gerne eines aus der Uckermark.” Bundeskanzlerin Merkel reist nach Buenos Aires. Im Gepäck hat sie den Länderbericht Argentinien. In zwölf Jahren Kanzlerschaft war sie noch nie dort. Präsident Mauricio Macri hat sie in Berlin besucht. “Nun reise ich in sein Land.” Sie habe eine wichtige Mission: Argentinien übernimmt nach Deutschland die Leitung der G20 – also der 20 führenden Industrienationen der Welt.

Merkel setzte während Deutschlands einjähriger Präsidentschaft die Themen Frauen, Gesundheit und Digitalisierung auf die Agenda – am Herzen liegt ihr nach eigenen Worten auch die Entwicklung Afrikas. Für all das habe Macri, Argentiniens Präsident “offene Ohren”. Sie hofft, Argentiniens Staatschef werde ihre Agenda fortführen.

Im Dezember wird Macri Gastgeber der Welthandelsorganisation WTO sein, noch ein Grund, nach Argentinien zu reisen, meint Merkel. Denn ihr geht es mit der Reise nach Buenos Aires auch um das Bekenntnis zum internationalen Freihandel.

Gute Gründe für die weite Reise

Auch sonst gibt es Gemeinsamkeiten: Der Wirtschaftsverbund “Mercosur”, also der fünf lateinamerikanischen Staaten Argentinien, Brasilien, Uruguay, Paraguay und Venezuela zeige sich interessiert, mit der EU ein Handelsabkommen abzuschließen. Macri sei da sehr engagiert.

Der China-Boom in Latein-Amerika sei stark zusammengefallen und Trump stellt Freihandelsabkommen grundsätzlich in Frage. Also noch ein Grund die weite Reise – immerhin 15 Flugstunden – auf sich zu nehmen, meint die Kanzlerin.

Keine Anti-Trump-Allianz

Von einer Anti-Trump-Allianz will die Kanzlerin nichts wissen, das bringe doch nichts, sagt sie. Sie wird in Buenos Aires eine Synagoge besuchen, das Land hat die größte jüdische Gemeinde Lateinamerikas. Und sie wird Blumen niederlegen, am Mahnmal für die Opfer der Militärjunta von 1976 bis 1983.

Ob sie gerne Tango tanzt, wird Merkel gefragt. “Finde ich schön, aber selber tanzen, ich glaube, das wird nichts”, sagt die Kanzlerin – mit einem schelmischen Lächeln.

Zuletzt aktualisiert: 24.06.2017, 12:18:28