Wo ist die undichte Stelle?

Gepostet am 17.12.2016 um 22:00 Uhr

Nachdem die Enthüllungsplattform WikiLeaks Tausende als geheim eingestufte Dokumente aus dem NSA-Untersuchungsausschuss veröffentlicht hatte, fiel der Verdacht auf Hacker – möglicherweise aus Russland. Nun suchen die Behörden nach einem Schuldigen im Bundestag.

Die Anfang Dezember von der Enthüllungsplattform WikiLeaks veröffentlichten vertraulichen Bundestagsakten wurden nach einem Bericht des Spiegels offenbar doch nicht bei einem Hackerangriff entwendet. Der Täter werde jetzt innerhalb des Parlaments gesucht, berichtet das Magazin.

Kein Abfischen von Außen, stattdessen Geheimnisverrat von Innen – das ist offenbar die Richtung, in die die Ermittlungen jetzt gehen. Die Bundestagsverwaltung bestätigte dem ARD-Hauptstadtstudio, Bundestagspräsident Lammert habe genehmigt, dass die hauseigene Polizei des Parlaments gemeinsam mit der Berliner Staatsanwaltschaft intern nach einem Täter suche. Ermittelt werde wegen Verletzung des Dienst-Geheimnisses, also unter den Mitarbeitern und Abgeordneten des Parlaments.

Begründung für diesen Ermittlungsansatz laut Spiegel: WikiLeaks habe Anfang Dezember wesentlich mehr Daten veröffentlicht, als beim Hackerangriff auf den Bundestag 2015 gestohlen worden seien. Außerdem seien weder Mitarbeiter noch Abgeordnete aus dem Umfeld des NSA-Ausschusses von der damaligen Cyberattacke betroffen gewesen. Für den Angriff 2015 werden russische Hacker verantwortlich gemacht. Es gibt auch die Vermutung, letztlich könnte die russische Regierung dahinter stehen.

Anlass für die jetzigen Ermittlungen im Bundestag ist die Veröffentlichung der Enthüllungsplattform WikiLeaks Anfang Dezember – diese hatte mehr als 2000 interne Dokumente aus den NSA-Untersuchungsausschuss publiziert.

Zuletzt aktualisiert: 15.11.2018, 22:26:23