Warten auf günstigere Bahntickets

Gepostet am 13.12.2019 um 12:31 Uhr

Ab Sonntag gilt der neue Bahn-Winterfahrplan. Eigentlich sollten Tickets ab Januar günstiger werden. Doch dieser Zeitplan könnte wackeln. Alex Krämer erklärt, woran das liegt – und was beim Ticketkauf zu beachten ist.

Ab Sonntag gilt der neue Bahn-Winterfahrplan. Eigentlich sollten Tickets ab Januar günstiger werden. Doch dieser Zeitplan könnte wackeln. Woran liegt das und was muss beim Ticketkauf beachtet werden?

Von Alex Krämer, ARD-Hauptstadtstudio

Angepeilt ist nach wie vor der 1 Januar. Dann soll die Umsatzsteuer auf Bahntickets im Fernverkehr sinken – und zwar von heute 19 Prozent auf dann sieben Prozent. So hat es die Große Koalition im Klimapaket Ende September vereinbart – zur großen Zufriedenheit von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer: „Gewinner dieses Klimapakets ist die Bahn.“

Gewinner sollen auch die Fahrgäste sein. Bahnchef Richard Lutz hat nicht nur angekündigt, dass er dieses Jahr auf die sonst übliche Fahrpreiserhöhung im Dezember verzichten will – sondern auch, dass er von der Steuersenkung nichts für die Bahn behalten wird. „Wir haben immer gesagt, wir werden das eins zu eins an unsere Kunden weitergeben. Sobald diese Umsatzsteuer-Reduzierung da ist, werden unsere Kunden davon profitieren“, so Lutz.

Steuerausfälle für Kommunen

Das heißt konkret: Bahntickets werden rund zehn Prozent günstiger. Was bisher 100 Euro kostet, kostet dann 90 Euro. Den günstigsten Sparpreis für den ICE gib es dann für 17,90 statt bisher 19,90 Euro. Aber vorher muss die Steuersenkung beschlossen sein – und bisher machen da die Länder noch nicht mit. Denn: sinkt die Umsatzsteuer, nehmen sie weniger ein. Trotzdem sollen sie von den Einnahmen aus dem im Klimapaket vorgesehenen Preis auf CO2 nichts abbekommen. Daniel Günther, Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, meint:

„Niemand will günstigere Bahnpreise verhindern. Aber es kann eben auch nicht sein, dass wir Einnahmeausfälle nur bei Ländern und Kommunen haben und zusätzliche Einnahmen aus dem CO2-Preis insbesondere beim Bund landen.“

Ein Mann greift nach einer Zapfpistole an einer Tankstelle in Bayern.

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Entscheidung am 20. Januar?

Ein Ausgleich soll her, fordern die Länder. Darüber wird jetzt im Vermittlungsausschuss von Bundesrat und Bundestag verhandelt. Durchaus unter Zeitdruck, sagt Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, und fügt hinzu: „Wir haben das Ziel, möglichst noch in diesem Jahr zu einer Lösung zu kommen.“

Letzte Möglichkeit wäre der 20. Dezember. Dann tagt der Bundesrat zum letzten Mal in diesem Jahr und könnte die Steuersenkung verabschieden. Die Bahn hat bereits erklärt, dass sie sie dann zum 1. Januar umsetzen würde.

Warten mit dem Ticketkauf

Entscheidend dafür, ob man davon profitiert, wäre dann übrigens nicht der Tag, an dem man losfährt  – sondern der, an dem man die Fahrkarte kauft. Bis 31.12.2019 19 Prozent Steuer, ab 1.1. 2020 nur noch sieben Prozent. Es ist also durchaus eine Überlegung wert, den Kauf von Tickets für das neue Jahr bis zum 1. Januar zu verschieben. Allerdings kann das nach hinten los gehen: Wer zu lange wartet, bekommt vielleicht keine Sparpreise mehr ab.

Unverbindlicher Ratschlag deshalb: Mal nachschauen, ob noch Sparpreise da sind – wenn es noch welche gibt, lieber schnell  buchen und auf die Steuererleichterung verzichten. Sind aber für die gewünsche Verbindung ohnehin schon alle Sparpreise weg – dann lohnt es sich zu warten. Auf den Bundesrat und auf das neue Jahr.

Wann kommen günstigere Bahntickets
Alex Krämer, ARD Berlin
11:25:00 Uhr, 13.12.2019

Zuletzt aktualisiert: 26.01.2020, 12:37:18