Wie wir Themen bebildern – und wie schwierig das manchmal ist

Gepostet am 22.11.2016 um 19:22 Uhr

“Gewalt in Partnerschaften” – über dieses wichtige wie heikle Thema hat Ulla Fiebig einen Tagesschau-Beitrag produziert. Warum es nicht so leicht war, die richtigen Bilder dafür zu finden, schildert sie hier.

Wie bebildern wir das Thema? Das ist nach dem Inhalt die nächste wichtige Frage bei uns. Ganz besonders schwierig war das heute beim Bericht über „Gewalt in Partnerschaften“.

Man hat zwar schnell eine Vorstellung, auch gespeist aus so manchem Krimi. Mann kontrolliert Frau, bedroht sie, schlägt sie. Aber eigentlich sind diese Bilder nicht für Nachrichtenbeiträge geeignet. Das ist eben Spielfilm, und selbst wenn es die gezeigten Szenen auch im echten Leben gibt, es bleibt Fiktion.

Das Video erscheint in Kürze.

Ein Frauenhaus auf die Schnelle zu finden, war aussichtslos. Deshalb war der Gedanke, beim „Hilfetelefon – Gewalt gegen Frauen“ zu drehen. Das ist auch nicht wirklich „bildstark“, zeigt aber immerhin einen Ort, der direkt mit dem Thema zu tun hat.

Doch einfach mal mit einer Kamera da auftauchen – auch das geht nicht, erfahren wir, als wir – zugegeben recht kurzfristig – anfragen. Denn es gibt sehr hohe Sicherheitsvorkehrungen beim „Hilfetelefon“. Nicht nur die Anruferinnen bleiben anonym, auch die Mitarbeiterinnen sollen es bleiben. Schließlich hören sie tagtäglich von Bedrohung und Gewalt. Was nun also?

Anschaulich und verständlich

Die beim „Hilfetelefon“ kennen unser Problem. Immer wieder wird nach Bildern gefragt, weshalb es vorbereitetes Material gibt, das frei verwendet werden darf. Es zeigt in verschiedenen Einstellungen eine Telefonsituation, in der mit einer Betroffenen gesprochen wird. Das ist sicherlich nachgestellt, vermittelt aber eben einen realen Eindruck vom realen Ort.

Wir können auch Motive aus einer Kampagne verwenden mit Darstellungen misshandelter Frauen. Diese Bilder helfen uns, den Beitrag anschaulich und damit auch verständlich zu machen:

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So, wie auch eine Grafik, die die Tagesschau in Hamburg nach unseren inhaltlichen Vorstellungen „bastelt“. Die wichtigsten Zahlen und Informationen aus der Statistik können so vom Zuschauen mitgelesen und besser verstanden werden.

Trotz der Bilder vom „Hilfetelefon“ ist es natürlich immer am besten, wenn wir selbst drehen können. Dann haben wir einen noch unmittelbareren Eindruck von Orten und Situationen, haben es selbst gesehen.

Zuletzt aktualisiert: 15.12.2017, 07:22:59