Der Regierungsflieger "Konrad Adenauer". Foto: imago/photothek

Wenn das Regierungsflugzeug am Boden bleibt

Gepostet am 30.11.2018 um 11:07 Uhr

Merkel musste auf ihrer Reise zum G20-Gipfel in Argentinien umkehren und in ein Linienflugzeug umsteigen, weil die Maschine „Konrad Adenauer“ defekt ist. Daten und Fakten zum Regierungsflieger von Vera Wolfskämpf.

“Konrad Adeanauer” könnte problemlos 13.500 Kilometer zurücklegen

Konrad Adenauer – so heißt der Regierungsflieger. Der erste Airbus unter diesem Namen war 20 Jahre lang bis 2011 im Dienst. Seitdem fliegt der zweite so getaufte Airbus hohe Regierungsmitglieder zu Geschäftsterminen. Dazu gehören neben der Bundeskanzlerin der Bundespräsident, die Bundesminister sowie die Präsidenten des Bundestages, des Bundesrates und des Bundesverfassungsgerichts. Die Maschine des Typs A340 hat das Bundesverteidigungsministerium im Jahr 2009 der Lufthansa abgekauft. Zuvor war die Langstreckenmaschine zehn Jahre im regulären Liniendienst. In knapp zwei Jahren wurde sie zum Regierungsflugzeug umgebaut.

143 Passagiere passen hinein und der Flieger kann ohne Zwischenstopp 13.500 Kilometer zurücklegen. Für solche Langstrecken gibt es nur einen weiteren Airbus in Diensten des Bundesverteidigungsministeriums – der war noch in Berlin, als die Kanzlerin auf dem Weg nach Argentinien umkehren und in Köln landen musste.
Dort in Köln-Wahn ist die Flugbereitschaft des Bundesverteidigungsministeriums stationiert. Deren Techniker, die zur Luftwaffe gehören, warten die Regierungsflieger regelmäßig. Zudem gibt es in größeren Abständen eine zivile Wartung.

Technische Probleme, aber wohl keine Sabotage

Die Flugbereitschaft hat auch eine Vermutung, wo gestern der Fehler bei der „Konrad Adenauer“ lag – in einer Verteilerbox, wie ein Sprecher der Luftwaffe dem ARD-Hauptstadtstudio sagte. Deshalb gab es gleich mehrere Probleme: mit der Funkanlage, aber auch Kraftstoff abzulassen ging nicht. Dagegen funktionierte der Satellitenfunk, was die Landung in Köln ermöglichte. Einen kriminellen Hintergrund schließt die Luftwaffe aus.

Zur Flugbereitschaft des Bundesverteidigungsministeriums gehören neben den zwei großen Langstreckenmaschinen zwei Airbus A319, fünf A310 sowie eine A321. Außerdem vier kleinere Flieger für 20 bis 22 Passagiere und drei Hubschrauber für Kurzstreckenflüge. Insgesamt absolvieren diese Maschinen im Jahr 2.500 Flüge – die Ausfallrate betrage zwei Prozent, sagte der Sprecher der Luftwaffe.

“Konrad Adenauer”-Maschine ist nicht zum ersten Mal kaputt

Zuletzt gab es mit dem Airbus “Konrad Adenauer” vor einem Monat auf Bali Probleme: Der Finanzminister Olaf Scholz musste einen Linienflug von Indonesien nehmen, denn Nagetiere hatten Elektrokabel durchgebissen.

2016 hatte Frank-Walter Steinmeier, damals noch Außenminister, gleich zwei Mal Probleme mit dem Regierungsflieger: Auf dem Weg zum G7-Treffen im japanischen Hiroshima musste er in China landen, weil ein kleiner Motor für die Spritversorgung nicht funktionierte. Wenige Wochen später platzte beim Start einer Afrikareise ein Reifen des Regierungsflugzeugs.

Autorin: Vera Wolfskämpf, mdr

Zuletzt aktualisiert: 10.12.2018, 00:40:01