Weg frei für E-Scooter? Ein Pro & Contra

Gepostet am 03.04.2019 um 13:31 Uhr

Das Bundeskabinett will „Elektrokleinstfahrzeuge“, also E-Tretroller, künftig für Straßen und Wege zulassen. Löst das wirklich Verkehrsprobleme? Ein Pro & Contra von Kilian Pfeffer und Uwe Lueb.

Pro von Kilian Pfeffer:
Miese Luft in den Städten. Stau auf den Straßen. Drohende Diesel-Fahrverbote und verfehlte Klimaschutzziele. Wir haben richtig viele Probleme. Der E-Tretroller allein kann sie natürlich nicht lösen. Aber er kann dazu beitragen, den Verkehr effizienter zu machen. Ich bin dafür.

Für viel zu viele kurze Strecken nehmen wir Menschen das Auto. Weil wir eben bequem sind. Wer aber nicht zu Fuß gehen oder mit dem Rad fahren will, für den könnte der E-Tretroller was sein. Man kann ihn zusammenklappen und mit in den Bus oder die S-Bahn nehmen. Der große Vorteil: Mit dem E-Tretroller zu fahren, macht Spaß. Und es ist nicht anstrengend. Stichwort Bequemlichkeit.
Eine Sache finde ich allerdings problematisch: Langsamere E-Tretroller sollen auch auf Gehwegen fahren dürfen. Das finde ich keine gute Idee. Das ist Chaos mit Ansage.

In einigen europäischen Großstädten wie Wien, Kopenhagen oder Paris sind die E-Tretroller schon erlaubt. Besonders in Wien scheint es gut zu klappen. Im Jahr 2018 gab es dort insgesamt nur wenige Unfälle. Ich glaube: Der E-Tretroller ist die Zukunft. Und alles ist besser als noch mehr Autos auf den Straßen.

Contra von Uwe Lueb:
Mit der Zulassung von Elektrokleinstfahrzeugen wie E-Tretrollern geht die Regierung den zweiten Schritt vor dem ersten. Weil sie so schön bequem sind, werden E-Tretroller und ähnliche Gefährte vermutlich ein kommerzieller Erfolg. Selbst bewegen war gestern. Fahren sollen die neuen Elektroverheißungen auf Radwegen.

Da fragen sich Radfahrer: welche Radwege? Die meisten so genannten „Radwege“ in großen Städten sind gefährliche Rumpelpisten – oft eingeengt zwischen Gehweg und Parkstreifen. Mit E-Roller-Fahrern wird es noch gefährlicher. Die Klagen über zu viele Unfälle mit Elektro-Fahrrädern werden sich auf E-Roller-Unfälle ausweiten. Obendrein sollen elektrisch angetriebene Kinder und Jugendliche auf Gehwegen flitzen dürfen – in Konkurrenz zu langsamen Rentnern und umherspringenden Kleinkindern. Das geht nicht gut. Daher, liebe Regierende: Schafft erst mal eine vernünftige Radinfrastruktur, dann können auch E-Roller kommen.

Zuletzt aktualisiert: 13.11.2019, 09:07:03