Gedenkmarsch Kolonialgeschichte // Bild: imago/IPON

Was macht die Kulturministerkonferenz?

Gepostet am 13.03.2019 um 15:01 Uhr

Die Arbeit von Museen, der Kunstbesitz des Staats oder die Rückgabe von Kunst aus der Kolonialzeit – um Kulturpolitik länderübergreifend zu diskutieren, tagt heute zum ersten Mal die Kulturministerkonferenz. Alfred Schmit stellt das neue Gremium vor.

Die neue Kulturministerkonferenz wird alljene Kultur-Themen in Deutschland besprechen, die bei der Kultusministerkonferenz bislang zu kurz gekommen sind. Kulturförderung zum Beispiel, oder Digitalisierungsprojekte. Ein wichtiges Thema der ersten Sitzung ist der Umgang mit Kunst aus der Kolonialzeit. Also etwa die Frage: Was tun deutsche Museen mit Kunstgegenständen aus anderen Ländern? Zurückgeben oder behalten? Außerdem geht es um Themen wie Raubkunst aus der Zeit des Nationalsozialismus. Und generell um die Freiheit von Kunst und Kultur. Was darf die Kunst, wo setzt der Staat ihr Grenzen und wo nicht?

Die Idee zur Neuschaffung der Kultur-MK stammt vom rheinland-pfälzischen Landesminister Konrad Wolf. Er ist sich einig mit den anderen Gremienmitgliedern, dass die Kulturpolitik nicht zurückstehen soll hinter Wissenschaft und Bildung. „Ein wichtiges Thema ist sicherlich die Kulturförderung und zwar nicht nur in der Hauptstadt bezüglich des Bundes, sondern auch in den anderen Regionen des Landes“, erklärt er.

Die Förderprogramme der Länder sollen gut koordiniert sein, sagt Wolf. Auch junge Leute sollen mehr vom kulturellen Leben haben: „Ein für mich persönlich wichtiges Thema ist dabei immer kulturelle Teilhabe in allen Teilen und allen gesellschaftlichen Schichten. wie führen wir gerade junge Menschen an Kultur und Kunst heran? Da gibt es viele Länderprogramme, aber auch Programme des Bundes. Und es ist wichtig, sich abzustimmen und zu koordinieren, weil so erst die Nachhaltigkeit dieser Programme gesichert ist.“

Räume schaffen

Unter dem Hashtag #kulturmk ist die Debatte im Netz dazu schon im Gange. Der erste Vorsitzende des neuen Gremiums, Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda zitiert auf Twitter zum Auftakt Adorno: „Kunst hat die Aufgabe, Chaos in die Ordnung zu bringen.“ Und Brosda fügt hinzu, Kulturpolitik müsse dafür die Räume schaffen:

„Denn wenn wir uns unterhalten über Kultur in den Regionen Deutschlands, Kultur im ländlichen Raum, Zustand der kleinen und mittleren Verlage. Oder über die Frage: Wie gehen wir um mit Digitalisierung? Das sind große Themen, die das Land insgesamt betreffen oder aber es sind Themen, bei denen wir eine verbesserte Abstimmung einzelner Förderanstrengungen brauchen, in dem Sinne, dass das was Bund und Länder machen, besonders gut zueinander passt.“

Neue Techniken sollen ebenfalls diskutiert werden, zum Beispiel wie die Forschung klären kann, woher ein Kunstwerk stammt. Eigentumsverhältnisse in den Sammlungen der deutschen Museen können damit besser ermittelt werden.

Zwei Treffen jährlich

Wichtig ist den Mitgliedern der KulturMK, dass sie sich zwar unter dem Dach der Kultusministerkonferenz treffen, aber dass die Kulturministerkonferenz eben ihre eigene Tagesordnung hat. Mit zwei festen Treffen, jeweils im Frühling und Herbst.

Alle 16 Bundesländer sind mit ihrem jeweiligen Ministerium oder Senat vertreten, der Vorsitz wechselt jedes Jahr. Auch die Kulturstaatsministerin des Bundes, Monika Grütters, wird regelmäßig dabei sein.

Zuletzt aktualisiert: 13.12.2019, 17:07:35