Die Straße von Hormus. Foto: Imago/ Stock Trek Images

Warum sich die deutsche Wirtschaft um den Persischen Golf sorgt

Gepostet am 30.07.2019 um 12:52 Uhr

Nach dem Konflikt um zwei Öltanker an der Straße von Hormus wird um einen möglichen Militäreinsatz diskutiert. Inwiefern ist die Wirtschaft von dem Konflikt betroffen? Die Hintergründe von Markus Sambale.

Hinter der Sorge der deutschen Wirtschaft steckt vor allem etwas Grundsätzliches – nämlich die Frage, wie frei und sicher der internationale Handel läuft. Jede Krise, jeder blockierte Transportweg – egal wo – ist da ein Unsicherheitsfaktor, auch für Deutschland.

Durch die Krise könnten Öl- und Benzinpreise steigen

Bei der aktuellen Krise geht es um die Straße von Hormus, die Meerenge zwischen Persischem Golf und dem Golf von Oman. Die Straße von Hormus ist für die Weltwirtschaft extrem wichtig – denn rund ein Drittel des Erdöls, das auf dem Seeweg transportiert wird, muss durch diese Meerenge. Gibt es hier an diesem Nadelöhr auf Dauer Probleme, würde der Öl-Preis steigen. Auch die deutsche Wirtschaft würde damit indirekt getroffen. Und das Benzin würde teurer.

Ganz unmittelbar spielt die Straße von Hormus für die deutsche Öl-Versorgung aber keine große Rolle: Denn Deutschland importiert nur recht wenig Öl von der arabischen Halbinsel. Das meiste Roh-Öl kommt aus anderen Teilen der Welt – vor allem aus Russland und Norwegen.

Deutschlands Exporte könnten von dem Konflikt betroffen sein

Eine wichtige Bedeutung als Handelsweg hat die Straße von Hormus aber in umgekehrter Richtung – also für den Export von Produkten aus Deutschland in die Region. Deutschland liefert etwa per Schiff Maschinen, Autos und Lastwagen nach Saudi-Arabien, nach Kuwait oder in den Irak. Laut Außenhandelsstatistik im Wert von mehreren hundert Millionen Euro im Jahr. Solche Transporte könnten von einem Konflikt im Persischen Golf direkt betroffen sein.

Zuletzt aktualisiert: 25.08.2019, 20:58:19