Um die Vergabe der 5G Lizenzen zum Netzausbau gibt es viel Streit. Foto: imago/Future Image

Warum gibt es so viel Streit um 5G?

Gepostet am 19.03.2019 um 11:03 Uhr

Mit 5G sollen Daten in Höchstgeschwindigkeit übertragen werden – heute werden die Lizenzen für den neuen Mobilfunkstandard versteigert. Warum der 5G-Ausbau politisch schwierig ist, erklärt David Zajonz.

Eine neue Technik und viele politische Entscheidungen: 5G soll superschnelle Kommunikation möglich machen. Das ist unter anderem wichtig für ferngesteuerte Operationen oder für vernetzte Fabriken, in denen Roboter Daten hin- und herschicken.

5G hilft nicht direkt gegen Funklöcher

Doch der 5G-Ausbau wird teuer. Das wird wahrscheinlich dazu führen, dass die Mobilfunkbetreiber nicht direkt überall ausbauen, sondern zuerst in Städten oder auf Fabrikgeländen. Eine Pflicht zum flächendeckenden Ausbau, wie sie manche Politiker gefordert hatten, hat die Bundesnetzagentur nicht vorgegeben.

Im Kampf gegen Funklöcher helfen die 5G-Frequenzen also nicht direkt. Die Vergabe der Lizenzen ist aber an höhere Auflagen zur Netzabdeckung geknüpft, wobei hier oft 4G reicht.

Lokales Roaming ist keine Pflicht für Netzbetreiber

Außerdem hoffen einige, dass durch die Lizenz-Regeln das lokale Roaming ins Rollen kommt. Hinter dem Begriff verbirgt sich die Mitnutzung fremder Handynetze. Ist ein O2-Kunde im Funkloch, kann er dort das Telekom-Netz nutzen. O2 zahlt der Telekom dafür Geld.

Pflicht ist dieses lokale Roaming für die Netzbetreiber aber nicht, dazu bräuchte es eine Gesetzesänderung, über die wird noch diskutiert.

Die Bundesregierung will Huawei nicht explizit ausschließen

Eine weitere politische Kontroverse: Der Umgang mit dem chinesischen Technik-Konzern Huawei. Der produziert Teile, die für den Netzausbau wichtig sind. Einige Staaten, zum Beispiel die USA, lassen die Huawei-Teile nicht zu. Offizielle Begründung: Angst vor Spionage durch China.

Die Bundesregierung diskutiert darüber, die Sicherheitsanforderungen für die Technik-Hersteller zu erhöhen. Huawei explizit ausschließen will sie aber nicht.

Zuletzt aktualisiert: 18.04.2019, 16:27:10