Warum das neue Programm für Langzeitarbeitslose vielversprechend ist

Gepostet am 18.07.2018 um 16:57 Uhr

Das Kabinett hat heute ein Milliarden-Paket beschlossen, das Langzeitarbeitslose wieder in Arbeit bringen soll. Geplant sind Lohnkostenzuschüsse und enge Begleitung. Ein viel versprechender Ansatz, kommentiert Vera Wolfskämpf.

“Schon wieder eine Maßnahme”, winkt mancher gähnend ab: Kennen wir doch, Ein-Euro-Jobs, Arbeitsbeschaffung, und dann zurück aufs Amt.

Doch diesmal ist da ein gravierender Unterschied: Es gibt keine würdelose Beschäftigung um ihrer selbst willen – sondern echte Arbeit. Solche, die ein Unternehmen, ein sozialer Träger, eine Kommune gebrauchen können.

Mittendrin im Arbeitsmarkt

Das ist eine Chance für Menschen, in den Arbeitsalltag zurückzufinden. So schwer das ist: Jeden Morgen pünktlich aufstehen, täglich acht Stunden arbeiten. Im Hinterkopf vielleicht Schulden und soziale Probleme, die berufliche Erfahrung fehlt auch. Aber dafür gibt es die von allen Seiten zu Recht gelobte Begleitung: Ein Berater hilft beim Einstieg, wenn es die ersten Konflikte gibt und später Weiterbildung nötig ist. Denn was diesmal unbedingt gelingen muss, ist das Durchhalten. Ein entscheidender Pluspunkt also, dass die Stellen diesmal über fünf Jahre gefördert werden. Wer so lange eine Tätigkeit erfüllt, ist mittendrin im Arbeitsmarkt.

Der Staat investiert in Arbeit

Aber, unken die Arbeitgeber, dort bleiben sie nicht: Betreut vom Staat hätte keiner Motivation, sich einen eigenen Job zu suchen. Das zeugt nicht von einem positiven Menschenbild. Genauso ärgerlich sind die Wehklagen, der Staat würde nur in Höhe des Mindestlohns bezuschussen. Die Arbeitgeber können doch wenigstens die Differenz zum Tariflohn bezahlen, gerade angesichts des allgegenwärtigen Personalmangels. Auch den Staat kostet das viel – aber es ist in Arbeit, nicht in Hartz IV investiert.

Natürlich ist es eine Illusion, zu glauben, alle Langzeitarbeitslosen kommen damit dauerhaft in Jobs. Aber sie haben nun wahrlich die besten Voraussetzungen. Einige werden sie sicher nutzen – und können in jedem Fall in der Zwischenzeit eine sinnvolle Aufgabe erfüllen.

Von Vera Wolfskämpf

Zuletzt aktualisiert: 21.11.2018, 16:54:28