Warum Angela Merkel Ähnlichkeit mit Bob Dylan hat

Gepostet am 02.11.2016 um 17:42 Uhr

Was haben Musiklegende Bob Dylan und Bundeskanzlerin Angela Merkel gemeinsam? Nun ja, beide sind Preisträger, die schon mal auf sich warten lassen. Und zwar bis zu zwei Jahre, weiß Tina Wenzel.

Der Literaturnobelpreis ging in diesem Jahr an Bob Dylan. Doch der schweigt erst einmal wochenlang dazu und verstimmt damit das Nobelkomitee. Am Ende nimmt der Musiker den Preis an und verspricht sogar, zur Verleihung nach Stockholm zu kommen.

Angela Merkel hingegen hat heute den Seoul-Friedenspreis 2014 in Empfang genommen – mit zwei Jahren Verspätung. Der Grund: der volle Terminkalender der Kanzlerin. Die Preisverleihung konnte aus terminlichen Gründen erst jetzt stattfinden, heißt es aus dem Bundespresseamt.

Einsatz für Versöhnung und Verständigung

Über die Verspätung kann man schmunzeln, der südkoreanische Friedenspreis hat jedoch einen ernsten Hintergrund. Seit 1990 würdigt die südkoreanische Regierung mit dem Preis Beiträge „zu einer friedlichen Welt durch Versöhnung, Harmonie und Wohlstand zwischen Völkern und Nationen“.

Die Auszeichnung von Angela Merkel begründete die Stiftung in Seoul mit dem besonderen Einsatz
der Kanzlerin für Versöhnung und Verständigung, ihre Rolle in der Euro-Finanzkrise und ihr Engagement für internationale Belange. Zudem habe sich Merkel wiederholt zu deutschen Kriegsverbrechen bekannt und entschuldigt und dadurch das globale Bewusstsein für die Würde des Menschen geschärft.

Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Syrien

„Wie leicht es ist Frieden zu verlieren, und wie schwer es ist, auf der anderen Seite Frieden zurückzugewinnen, dies erleben wir Europäer auch in unserer unmittelbaren Nachbarschaft, in der Ukraine , aber auch in Syrien und Libyen.“ Bundeskanzlerin Angela Merkel

Angela Merkel erinnerte bei der Preisverleihung an die Gräueltaten, die in Syrien derzeit passieren: Der Einsatz von Fassbomben und chemischen Waffen, das Aushungern der Zivilbevölkerung oder der Angriff auf Krankenhäuser. Das seien schwere Verbrechen gegen die Menschlichkeit, mahnte die Kanzlerin.

Traum von der Wiedervereinigung

Merkel verurteilte in ihrer Rede auch die Nukleartests und Raketenabschüsse der Nordkoreaner, die damit ihre Nachbarn bedrohen, internationales Recht missachten und die Weltgemeinschaft provozieren. Am Ende ihrer Rede ging es aber wieder um Aussöhnung.

Merkel wünschte den Menschen in Südkorea, dass deren Traum der Versöhnung mit beiden Landesteilen in Erfüllung gehe. In ihrer Rede erinnerte die Kanzlerin an den schwierigen Weg der deutschen Einheit.

„Die deutsche Einigung und die europäische Einigung – das eine ist ohne das andere nicht denkbar. Auch hier war es so, dass die Bereitschaft zum Dialog, die Bereitschaft zum Kompromiss immer die Grundlage dafür war, dass sich Europa weiterentwickeln konnte, und so muss auch unser Bemühen um Frieden auf der Welt angelegt sein.“ Bundeskanzlerin Angela Merkel

Der südkoreanische Friedenspreis wird alle zwei Jahre verliehen. Unter anderem haben den Preis auch die UN-Generalsekretäre Kofi Annan und Ban Ki-Moon oder die NGO „Ärzte ohne Grenzen“ erhalten.

Zuletzt aktualisiert: 19.10.2019, 10:12:19