Verkehrsminister Scheuer – der Feinstaub-Populist

Gepostet am 24.01.2019 um 14:55 Uhr

112 Lungenärzte haben die Debatte über Diesel-Fahrverbote neu entfacht. Der Verkehrsminister frohlockt, da er seine Meinung bestätigt sieht. Er agiert rein populistisch, kommentiert Evelyn Seibert.

Wie Kai aus der Kiste tauchen plötzlich 112 Lungenärzte auf und sagen, dass die Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxid wissenschaftlich ja gar nicht belegbar sind – und schon sind wir mitten in einer Debatte, in der jeder Politiker munter drauf los plappert.

Endlich wissenschaftliche Einschätzungen?

An der Spitze: Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). Der hat heute im Frühstücksfernsehen erzählt, dass er die bisherige Debatte „schon sehr skurril“ findet. Auf deutsch: Diese ganzen Gesundheitsapostel haben wohl nicht alle Tassen im Schrank.

Stattdessen sind nun laut Scheuer „über hundert Wissenschaftler“ am Start. Damit hat unser Verkehrsminister hundert Ärzte mal schnell in den Rang von Wissenschaftlern erhoben. Klingt ja auch besser als Internist.

Scheuer will jetzt noch mal die Standorte der Messstationen für Feinstaub prüfen lassen. Er will „vernünftige Standorte“ finden. Das würde bedeuten: Bisher stehen sie offenbar an unvernünftigen Standorten. Also an der Straße.

Wem kann man noch glauben?

Und zum Schluss dankt Scheuer noch den Ärzten, dass sie mit ihrem Schritt „Sachlichkeit und Fakten“ in die Debatte bringen.

Genau das Gegenteil ist der Fall. Die Menschen sind verunsichert, weil sie nicht mehr wissen, wem man glauben kann. Weil wissenschaftliche Studien von internationalen Institutionen, die diese Grenzwerte empfohlen haben, geleugnet werden.

Verunsicherung und Verunglimpfung von Andersdenkenden ist das kleine Einmaleins der Populisten. Nun kräht jeder seine Meinung – und am lautesten Verkehrsminister Andreas Trump.

Zuletzt aktualisiert: 23.02.2019, 14:32:01