Attraktiv nur mit ausreichend Platz

Gepostet am 07.05.2019 um 18:19 Uhr

Kommando zurück, alle E-Tretroller runter vom Gehweg. Mit dieser Entscheidung werde ein Fehler korrigiert, meint Alex Krämer. Aber der nächste Schritt müsse folgen: Programme für ausreichend Platz für Räder und Roller.

Kommando zurück, alle E-Tretroller runter vom Gehweg. Mit dieser Entscheidung werde ein Fehler korrigiert, meint Alex Krämer. Aber der nächste Schritt müsse folgen: Programme für ausreichend Platz für Räder und Roller.

Ein Kommentar von Alex Krämer, ARD-Hauptstadtstudio

Puh, das war ja langsam Zeit. Denn es ist ja schon eine ganze Weile klar, dass es keine besonders gute Idee ist, Elektro-Tretroller über die Bürgersteige sausen zu lassen. Und seien sie auch nur maximal zwölf km/h schnell: Sie würden den Fußgängern – also den Schwächsten in der Nahkampf-Zone Stadtverkehr – nur noch weiter auf die Pelle rücken.

Hier hat der manchmal zu Unrecht viel gescholtene deutsche Föderalismus also mal etwas Gutes getan und eine Fehlentscheidung korrigiert.

Für den Gehweg schnell, für den Radweg langsam

Spannend bleibt aber, wie jetzt der nächste Schritt von Andreas Scheuer aussieht: Schafft er die Kategorie „langsame E-Scooter“ kurzerhand ab? Richtig wäre es. Denn zwölf km/h sind für den Gehweg zwar sehr schnell, für den Radweg aber nervtötend langsam – und genau dort müssten die Dinger jetzt fahren. Das passt nicht.

Die schnelleren E-Tretroller dagegen sind mit 20 km/h in etwa so schnell wie ein Fahrrad. Sie passen sich dadurch ins bestehende System ganz gut ein – und können bestimmt den einen oder anderen Autofahrer dazu bewegen, künftig die Bahn zu nehmen und für die letzten zwei, drei Kilometer vom Bahnhof bis zum Ziel auf seinen Roller zu steigen.

Im Vergleich zu Autobahnen oder Flughäfen billig

So richtig attraktiv wird das alles auf lange Sicht allerdings nur, wenn Radler und Rollerfahrer ausreichend Platz bekommen. Mehr als bisher.

Hier ist für den Verkehrsminister noch viel Luft nach oben. Radwege bauen zwar größtenteils die Städte. Der Bund könnte aber gescheite Förderprogramme dafür auflegen – die gibt es bisher nicht. Dabei wäre das alles im Vergleich zu Autobahnen oder Flughäfen richtig schön billig. Mit 100 oder gar 200 Millionen Euro im Jahr ließe sich unwahrscheinlich viel bewegen.

Kommentar: Scheuers E-Tretroller-Wende
Alex Krämer, ARD Berlin
18:48:00 Uhr, 07.05.2019

Zuletzt aktualisiert: 23.05.2019, 20:10:20