Kanzlerin Merkel mit dem französischen Präsidenten Macron in Osaka. Foto: imago/ITAR-TASS

G7 – Der „Club der Reichen“?

Gepostet am 23.08.2019 um 11:48 Uhr

Am Wochenende treffen sich die Industriestaaten in Biarritz zum G7-Gipfel. Nicht alle sind von diesem Treffen angetan. Ein Stichwort über den Ursprung und die Kritik an den Treffen der großen Sieben von Julia Barth.

Die Ölkrise und der Zusammenbruch des festen Wechselkurssystems in den 70er Jahren gaben den Anstoß für die damals führenden Industrienationen, sich zusammenzusetzen. Mit Deutschland, Großbritannien, den USA, Frankreich, Italien und Japan 1975 zunächst im Kreis der großen Sechs. Seit 1976 ist mit Kanada die Gruppe der Sieben komplett.

Ende der 1990er Jahre kam auch Russland dazu, und aus G7 wurde G8. Nach der Annexion der Krim vor fünf Jahren sahen die Gründungsmitglieder allerdings keinen Sinn mehr darin, Russland mit an den Tisch zu bitten. Moskau bleibt seitdem wegen Verletzung des Völkerrechts ausgeladen.

In Ruhe die Probleme der Welt besprechen

Die jährlichen Treffen sollen intensiven Austausch in entspannter Atmosphäre ermöglichen. Und durch ein unmittelbares und eher ungezwungenes Miteinander der Staats- und Regierungschefs dafür sorgen, dass sie Probleme in Fragen der Weltwirtschaft, der Außen-, Sicherheits- oder Entwicklungspolitik in Ruhe besprechen können.

Am Ende eines Gipfels steht in der Regel eine gemeinsame Erklärung, die rechtlich nicht bindend ist, die aber alle mittragen. Im vergangenen Jahr hat US-Präsident Donald Trump seine Einwilligung jedoch nachträglich zurückgezogen.

Das Thema von G7 in Biarritz: „Mehr Gleichheit in der Welt“

Die Tagesordnung bestimmt das Land, das im aktuellen Jahr die G7-Präsidentschaft hat. Frankreichs Präsident Macron will jenseits der Diskussion über aktuelle Konflikte den Schwerpunkt in Biarritz auf das Thema „Mehr Gleichheit in der Welt“ setzen.

Eingeladen sind dazu auch Gäste aus mehreren afrikanischen Ländern und Partner wie Australien, Chile und Indien.

Zu intransparent und nicht repräsentativ sagen Kritiker der G7

Kritiker sehen in den G7 einen exklusiven Club der Reichen, der die Staatenwelt nicht repräsentativ abbildet. Den G7- Ländern wird außerdem vorgeworfen, dass sie ihre Entscheidungen nicht transparent und unter Ausschluss der Öffentlichkeit fällen und dass sie die Programme, die sie auf ihren Gipfeln beschließen, nur mangelhaft umsetzen.

Zuletzt aktualisiert: 20.09.2019, 01:02:56