SUV parkt in Berlin auf einer Straße // Bild: imago/Stefan Zeitz

Standpunkt: Die Debatte über SUVs ist populistisch

Gepostet am 09.09.2019 um 13:47 Uhr

Nach dem Unfall in Berlin, bei dem ein SUV vier Menschen tötete, wird über die Geländewagen debattiert. Darüber kann man streiten, aber gerade die SUV-Gegner nutzen populistische Argumente, kommentiert Dirk Rodenkirch. 

Klimaretter, Umweltschützer und Menschen, die mit Autos wenig anfangen können, haben ein neues gemeinsames Hassobjekt: den SUV. Also diese zum Teil sehr großen Geländewagen, mit denen keiner ins Gelände fährt, dafür aber umso häufiger in die Stadt. Ob sich der SUV als City-Auto eignet ist eine Frage, über die man durchaus streiten kann.

Was aber gerade nach dem tödlichen Unfall in Berlin abläuft, ist für meinen Geschmack blanker Populismus. Von Monster-Autos und Panzern ist die Rede. Von Autos, die unglaublich gefährlich sind, für alle, die nicht selbst hinterm SUV-Steuer sitzen. Leute, geht’s auch eine Nummer kleiner?!

Denn nur so viel zum Unfall in Berlin: Würden dann auch so viele schreien, wenn ein Familienkombi oder eine normale Limousine die Menschen erfasst hätte? Würden sie dann fordern, diese Wagen müssen raus aus der Stadt?

Grüne entdecken die CSU-Rhetorik

Bester Populismus-Beleg ist auch die Forderung nach einer SUV-Obergrenze. Grüne entdecken die CSU-Rhetorik aus der Asyldebatte, um Geländewagen an der Stadtgrenze abzuweisen. Nicht im Ernst, oder?

Wenn so eine Forderung von der Deutschen Umwelthilfe kommt, überrascht mich das nicht wirklich. Aber die Grünen sollten sich davor hüten, wieder die Verbotskeule zu schwingen. Der Veggie-Day lässt grüßen. Auch damals ließ sich die Partei im Umfragehoch verleiten, den Menschen zu erklären, wie sie leben sollten.

Jeder fünfte Autokäufer in Deutschland entscheidet sich mittlerweile für einen SUV. Tendenz steigend. Die sollte man weder als Wähler verprellen noch pauschal als Gefahr für die Gesellschaft darstellen.

Zuletzt aktualisiert: 20.09.2019, 01:14:44