Klug statt grimmig Richtung GroKo

Gepostet am 15.12.2017 um 17:16 Uhr

SPD-Chef Schulz hat zuletzt einiges falsch gemacht. Grimmig trudelt er nun Richtung GroKo. Dabei böte sich jetzt die Chance, vieles besser zu machen, meint Angela Ulrich. In den Sondierungen ist was drin für eine kluge SPD. Dafür braucht es aber Verhandlungsgeschick.

SPD-Chef Schulz hat zuletzt einiges falsch gemacht. Grimmig trudelt er nun Richtung GroKo. Dabei böte sich jetzt die Chance, vieles besser zu machen, meint Angela Ulrich. In den Sondierungen ist was drin für eine kluge SPD. Dafür braucht es aber Verhandlungsgeschick.

Ein Kommentar von Angela Ulrich, ARD-Hauptstadtstudio

Wer sich in eine Partnerschaft begibt, der muss vielleicht nicht himmelhochjauchzend verliebt sein. Er muss nicht total verknallt sein. Aber zumindest fröhlich, zuversichtlich, einfach angefixt von dem, was da kommen mag.

Martin Schulz hat grimmig die SPD-Tür aufgemacht für eine mögliche Partnerschaft mit der Union. Sauer, dass er diesen Weg jetzt gehen muss. Ein bisschen erleichtert zwar, sich eines lästigen Konkurrenten, Sigmar Gabriel, zumindest vorerst entledigt zu haben. Den beliebten Außenminister und Haudrauf der SPD hat Schulz nicht ins Sondierungsteam berufen. Hier hat der Chef offenbar mal ein Machtwort gesprochen. Aber von Begeisterung war Schulz so weit entfernt wie das Christkind in der Krippe von weichen Damast-Laken im Luxushotel.

Schluss mit dem Herumeiern

Apropos Weihnachten: Der Weihnachtsurlaub ist für alle gestrichen, die etwas zu sagen haben im Willy-Brandt-Haus. Wenn schon verhandeln, dann aber auch volle Kraft voraus, sagt Schulz. Er will nicht mal die einzige Politik-Ruhe des Jahres einhalten, die Weihnachtszeit. Denn das Hin- und Her-Gehampele, die Alternativen à la KoKo, Minderheit, oder gleich ganz Opposition sollten jetzt für die SPD vorbei sein. Es mag die Genossen schmerzen, dass sie derzeit gebraucht werden in Deutschland. So widersinnig so ein Gedanke ist – zum Regieren genötigt werden sollte eigentlich niemand, das müssten Parteien ganz von selbst wollen.

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Für die SPD geht es jetzt vor allem darum, ein paar wichtige Punkte zu fixieren und die auch durchzubringen. Nicht per Holzhammer, nicht, indem man erst die eigenen Genossen auf die Bäume treibt, und sie dann nicht wieder runter bekommt. Sondern mit Geschick und Fingerspitzengefühl. Die Union und die Kanzlerin stehen nicht so selbstsicher da wie sie sich geben. Hier ist was drin für eine kluge SPD.

Martin Schulz hat zuletzt ziemlich viel falsch gemacht. Jetzt könnte er die Weihnachtszeit nutzen, um einiges richtig zu machen. Nur bitte nicht so grimmig. Vielleicht sogar mit etwas GroKo-Vorfreude, so schwer die auch fällt.

Über dieses Thema berichteten am 15. Dezember 2017 Inforadio um 15:20 und 17:05 Uhr sowie MDR aktuell um 17:36 Uhr.

Zuletzt aktualisiert: 27.10.2020, 21:57:30