SPD: Grimmig gen GroKo!

Gepostet am 15.12.2017 um 16:54 Uhr

Martin Schulz hat grimmig die SPD-Tür aufgemacht für eine mögliche Partnerschaft mit der Union. Für die Weihnachtszeit wünscht Angela Ulrich ihm etwas GroKo-Vorfreude – so schwer die auch fallen mag.

Wer sich in eine Partnerschaft begibt, der muss vielleicht nicht himmelhochjauchzend verliebt sein. Nicht total verknallt. Aber zumindest fröhlich, zuversichtlich, einfach angefixt von dem, was da kommen mag.

Martin Schulz hat grimmig die SPD-Tür aufgemacht für eine mögliche Partnerschaft mit der Union. Sauer, dass er diesen Weg jetzt gehen muss. Ein bisschen erleichtert zwar, sich eines lästigen Konkurrenten, Sigmar Gabriel, zumindest vorerst entledigt zu haben. Den beliebten Außenminister und Haudrauf der SPD hat Schulz nicht ins Sondierungsteam berufen. Hier hat der Chef offenbar mal ein Machtwort gesprochen. Aber von Begeisterung war Martin Schulz so weit entfernt wie das Christkind in der Krippe von weichen Damast-Laken im Luxushotel.

Weihnachtsurlaub ist gestrichen

Apropos Weihnachten. Der Weihnachtsurlaub ist für alle, die etwas zu sagen haben im Willy-Brandt-Haus, gestrichen. Wenn schon verhandeln, dann aber auch volle Kraft voraus, sagt Schulz, und will nicht mal die einzige Politik-Ruhe des Jahres, die Weihnachtszeit, einhalten. Das finde ich richtig so. Denn das Hin- und Her-Gehampele, die Alternativen à la KoKo, Minderheit, oder gleich ganz Opposition sollten jetzt für die SPD vorbei sein.

Es mag die Genossen schmerzen, dass sie derzeit gebraucht werden in Deutschland. So widersinnig so ein Gedanke ist – zum Regieren genötigt werden sollte eigentlich niemand, das müssten Parteien ganz von selbst wollen.

Wichtige Punkte fixieren

Für die SPD geht es jetzt vor allem darum, ein paar wichtige Punkte zu fixieren und die auch durchzubringen. Nicht per Holzhammer, nicht, indem man erst die eigenen Genossen auf die Bäume treibt, und sie dann nicht wieder runter bekommt. Sondern mit Geschick und Fingerspitzengefühl. Die Union und die Kanzlerin stehen nicht so selbstsicher da wie sie sich geben. Hier ist was drin für eine kluge SPD.

Martin Schulz hat zuletzt ziemlich viel falsch gemacht. Jetzt könnte er die Weihnachtszeit nutzen, um einiges richtig zu machen. Nur bitte nicht so grimmig. Vielleicht sogar mit etwas GroKo-Vorfreude, so schwer die auch fallen mag.

Zuletzt aktualisiert: 26.09.2018, 00:50:51