Was ändert sich bei den Sozialbeiträgen?

Gepostet am 29.12.2018 um 02:01 Uhr

Mit dem Jahreswechsel ändern sich die Sozialbeiträge bei der Pflege- und der Arbeitslosenversicherung. Bleibt 2019 mehr Geld im Portemonnaie übrig? Neu ist auch die Brückenteilzeit. Von Dirk Rodenkirch.

Mit dem Jahreswechsel ändern sich die Sozialbeiträge bei der Pflege- und der Arbeitslosenversicherung. Bleibt 2019 mehr Geld im Portemonnaie übrig? Neu ist auch die Brückenteilzeit.

Von Dirk Rodenkirch, ARD-Hauptstadtstudio

Die Pflege:

Sie wird ganz schön teuer im neuen Jahr. Arbeitnehmer müssen künftig gut drei Prozent vom Bruttogehalt für die Pflege abdrücken. Das sind 0,5 Prozent mehr als bisher. Gesundheitsminister Jens Spahn begründet dies damit, dass es mehr Menschen gebe, die gepflegt werden müssten. Außerdem sollen die Pflege-Leistungen verbessert werden, auch durch mehr Personal.

Minister Spahn meint: „Wenn es einen Bereich gibt, wo es eine Bereitschaft generationenübergreifend jung wie alt gibt, auch ein Stück mehr zu zahlen, dann ist es die Pflege.“ Durch den höheren Beitrag fließen 7,6 Milliarden Euro mehr in die Pflegeversicherung.

Der Krankenkassenbeitrag:

Er bleibt mit 14,6 Prozent für gesetzlich Versicherte stabil. Neu ist aber: Arbeitnehmer müssen den Zusatzbeitrag nicht mehr alleine bezahlen, die Arbeitgeber müssen wieder die Hälfte übernehmen. Darauf hatte SPD-Chefin Andrea Nahles gedrängt: „Halbe-halbe ist gerecht.“ Im neuen Jahr beträgt der Zusatzbeitrag im Schnitt knapp ein Prozent. Versicherte, bei denen ein Zusatzbeitrag anfällt, zahlen also künftig weniger. Ihnen bleibt etwas mehr im Geldbeutel.

Die Arbeitslosenversicherung:

Sie wird aufgrund der Milliarden-Überschüsse der Versicherung günstiger. Statt 3 werden künftig 2,5 Prozent des Bruttoeinkommens fällig. Das gleicht sich aber mit dem höheren Pflegebeitrag wieder aus – gespart wird also nichts.

Die Arbeitsagentur wird auch Weiterbildungsagentur, auch um Menschen fit für die digitale Arbeitswelt zu machen. Mitarbeiter können sich künftig grundsätzlich weiterbilden, wenn die Digitalisierung ihre Arbeit verändert – unabhängig vom Alter, von der Qualifikation und der Größe des Unternehmens. Das verspricht Arbeitsminister Hubertus Heil: „Unsere Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von heute auch die Arbeit von morgen machen können.“

Auch wer in einen Beruf wechseln möchte, in dem Fachkräfte fehlen, kann eine Weiterbildung machen. Die Bundesagentur für Arbeit beteiligt sich an den Kosten, Wie stark, hängt von der Größe der Betriebe ab.

Die Brückenteilzeit:

Sie ist ganz neu und macht es Beschäftigten leichter, die Arbeitszeit zu reduzieren. Das können sie für ein bis fünf Jahre tun. Anschließend können sie garantiert in Vollzeit zurückkehren. Spezielle Gründe muss ein Mitarbeiter bei seinem Antrag auf Teilzeit nicht nennen. Es spielt keine Rolle, ob er sich um seine Kinder kümmern oder seinen Hobbys nachgehen möchte.

Es gibt aber Einschränkungen: So muss der Betrieb mehr als 45 Beschäftigte haben, nur dann kann ein Arbeitnehmer auf befristete Teilzeit bestehen. Damit seien zu viele Menschen, die in kleinen Firmen arbeiteten, ausgeschlossen, findet Susanne Ferschl von der Linkspartei: „Über 14 Millionen Beschäftigte haben nichts von der Brückenteilzeit.“

Von der neuen Regelung sollen aber auch Mitarbeiter profitieren, die unbefristet in Teilzeit arbeiten und mehr arbeiten wollen. Arbeitgeber müssen in solchen Fällen künftig beweisen, dass sie keine freie Vollzeit-Stelle haben.

Auf und Ab bei Sozialbeiträgen: Was sich im neuen Jahr ändert
Dirk Rodenkirch, ARD Berlin
05:08:54 Uhr, 29.12.2018

Zuletzt aktualisiert: 20.07.2019, 16:05:58