Solidarisches Grundeinkommen: Mutig ran und einen Versuch wagen!

Gepostet am 26.03.2018 um 12:41 Uhr

Grundsicherung für alle, ergänzt um ein Recht auf Arbeit? Die Idee eines solidarischen Grundeinkommens findet immer mehr Befürworter. Richtig so, kommentiert Dirk Rodenkirch. Denn Hartz IV ist überholt.

Die Idee eines solidarischen Grundeinkommens findet zunehmend Unterstützer. Und das aus meiner Sicht zu recht. Denn Hartz IV ist weitestgehend überholt. Was vor 13 Jahren passend und nötig war, um den Arbeitsmarkt neu aufzustellen, greift heute nicht mehr, um Probleme wie Langzeitarbeitslosigkeit und drohende Altersarmut zu lösen.

Neues Denken ist gefragt – und das solidarische Grundeinkommen ist dabei ein guter Ansatz. Es soll Hartz IV ergänzen um ein Recht auf Arbeit. Eine Chance für Langzeitarbeitslose, aus dem Hilfebezug heraus zu kommen und am normalen Arbeitsleben teilzunehmen. Und ganz wichtig: Das Gefühl loszuwerden, nicht mehr gebraucht zu werden, abgehängt und nicht mehr Teil der Gesellschaft zu sein.

Am Geld sollte es nicht scheitern

Ein regulärer, sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplatz bedeutet auch: Es gibt einen normalen Arbeitslohn, es werden Sozialabgaben gezahlt und die Menschen erwerben sich Rentenansprüche. Wie die Tätigkeiten für ein solidarisches Grundeinkommen aussehen sollen, das  muss dann noch ausgestaltet werden. Berlins Regierender Bürgermeister Müller hat vorgeschlagen, dass sich Menschen ehrenamtlich um Senioren kümmern, Alleinerziehende unterstützen oder Parks pflegen könnten.

Meiner Ansicht nach muss auch die Wirtschaft einbezogen werden, damit keine künstliche Arbeitswelt entsteht und die Zukunft in normalen Jobs liegt. Am Geld sollte es jedenfalls nicht scheitern. Müller bezifferte die Kosten auf 500 Millionen Euro, um 100 000 Menschen im Jahr ein solches Grundeinkommen zu zahlen. Das kann sich der Staat in der heutigen Finanzlage locker leisten. Also mutig ran und einen Versuch mit dem Grundeinkommen wagen.

Zuletzt aktualisiert: 22.07.2019, 05:36:20