So wettert Trump gegen Deutschland

Gepostet am 20.01.2017 um 17:39 Uhr

Donald Trump ist Amerikas neuer Präsident. Sein Verhältnis zu Deutschland ist schon jetzt schwierig, immer wieder feuerte er kritische Töne zu Merkels Politik ab.

Trumps jüngste Aussagen im Interview mit der “BILD”-Zeitung hallen noch immer nach. Besondere Kritik äußerte der neue US-Präsident gegenüber Kanzlerin Angela Merkel:

“Ich finde, sie (Merkel) hat einen äußerst katastrophalen Fehler gemacht, und zwar all diese Illegalen ins Land zu lassen” (“BILD”-Zeitung, 16.01.2017).

Scrollt man sich durch seine Twitter-Timeline oder sieht sich seine öffentlichen Auftritte an, finden sich weitere Seitenhiebe.

Bei seiner ersten Pressekonferenz als designierter Präsident sprach er auch über ein CIA-Papier, dass an die Medien gelangte. Dazu twitterte er im Vorfeld: „Die Geheimdienste hätten es nie zulassen dürfen, dass dieser gefälschte Bericht an die Öffentlichkeit durchsickert“, twitterte er – und fügte hinzu: “Leben wir in Nazi-Deutschland?“


Bereits in seinem Wahlkampf bezog er sich immer wieder auf Deutschland. So nutzte er auch die Übergriffe aus der Kölner Silvesternacht für sich. Er twitterte: “Deutschland erlebt massive Angriffe auf seine Bevölkerung durch Flüchtlinge, die ins Land gelassen wurden. Die Silvesternacht war eine Katastrophe. Denk nach!”

Als Angela Merkel vom US-amerikanischen Magazin “Time” zur “Person des Jahres” 2015 gekürt wurde, kam Trumps negative Reaktion prompt via Twitter. Das Magazin habe “die Person gewählt, die Deutschland ruiniert.“

Weiter polterte er auf einer seiner Wahlkampf-Veranstaltungen 2015. Dort attestierte er Deutschland auch ein massives Kriminalitätsproblem. Auf welchen Fakten seine Aussagen beruhen ließ er offen.


Doch es gab auch einmal freundlichere Töne von Donald Trump gegenüber Angela Merkel. Nur liegen sie weit zurück. Vor vier Jahren lobte er Merkel noch: Sie mache einen fantastischen Job als deutsche Kanzlerin.

Trumps Rede zu seiner Vereidigung wird sich die Bundesregierung in jedem Fall genau ansehen – das kündigte Sprecher Steffen Seibert im Vorfeld an:


Aus Donald Trumps Rede wird die Bundesregierung ihre Schlüsse ziehen und eine Strategie entwickeln, wie sie in Zukunft mit dem neuen US-Präsidenten umgehen möchte.

Dieses Thema beschäftigt uns auch im Bericht aus Berlin, 22. Januar, 18.30 Uhr, im Ersten. Als Gesprächsgast eingeladen ist Jens Spahn, CDU, Staatssekretär im Bundesfinanzministerium. 

Zuletzt aktualisiert: 22.11.2017, 02:29:07