Schwimmbad-Mangel für alle

Gepostet am 28.06.2019 um 04:07 Uhr

Eine lange Liste deutscher Freibäder muss saniert werden. Der Bund hat dafür eigentlich Gelder bereitgestellt, verschickt nun aber Ablehnungen. Das regt vor allem die Linken im Bundestag auf. Von Angela Ulrich.

Eine lange Liste deutscher Freibäder muss saniert werden. Der Bund hat dafür eigentlich Gelder bereitgestellt, verschickt nun aber Ablehnungen. Das regt vor allem die Linken im Bundestag auf.

Von Angela Ulrich, ARD-Hauptstadtstudio

Sommerhitze – Freibadfrische. Doch einzutauchen ins kühle Nass ist manchmal gar nicht so einfach. Unisono klagen alle Bundesländer über marode Freibäder, und wollen Hilfe vom Bund. Eine lange Liste von Anträgen über mehr als 400 Sanierungsprojekte ist beim Bundesinnenministerium eingegangen – das ist zuständig für Sportstätten, und somit auch für Schwimmbäder. Doch am Ende sind via Haushaltsausschuss vor allem Absagen erteilt worden. Die Fraktion der Linken hat nachgefragt, die Liste liegt dem ARD-Hauptstadtstudio vor. Fraktionschef Dietmar Bartsch ist sauer:

„Ich finde es ist ein Unding. Wenn Schwimmbäder saniert werden müssen, gerade im Sommer, dann muss das geschehen, und zwar umgehend. Man kann da nicht noch auswählen. Wir haben eine Situation, dass es immer noch Badeunfälle gibt, mit tödlichem Ausgang. Wir haben mehr Kinder, die können nicht schwimmen. Deswegen: hier gibt es eine Verantwortung des Bundes, der sollte die Wünsche der Länder alle sanieren.“

In Zahlen: Von 408 Anträgen auf Schwimmbad-Sanierungen bewilligt der Bund nur 67. Also ist nicht mal jedes fünfte Bad positiv beschieden worden. Die Absagen verteilen sich recht gleichmäßig auf die Bundesländer. In NRW zum Beispiel gab es nur 10 Zusagen bei 60 Anträgen, in Hessen 6 von 24, im gesamten Osten kommt es mit Bundesförderung nur zu 12 von 41 erhofften Bad-Reparaturen. Bremen oder Schleswig-Holstein kommen gar nicht zum Zug. Nur Hamburg kann vermelden: eine Bad-Sanierung beantragt – eine auch bewilligt.

Neues Förderprogramm für Schwimmbäder

Dabei hat der Bund ein neues Förderprogramm für Schwimmbäder beschlossen, und mit 110 Millionen Euro ausgestattet. Bisher ist allerdings in dieser Legislatur noch kein Geld geflossen. Das reicht außerdem vorn und hinten nicht, sagt Linken-Fraktionschef Bartsch:

„Wer für die Gorch Fock, dass sie wieder schwimmen kann, 135 Millionen ausgibt, dem muss mindestens das doppelte wert sein, dass unsere Kinder schwimmen können, und dass Badeunfälle reduziert werden.“

Bisher gibt es laut Innenministerium aber keine Ambitionen, das Bad-Förderprogramm aufzustocken. Dietmar Bartsch findet, dass sich die Bundesländer das nicht gefallen lassen sollten, und ermuntert:

 „Dass die Bundesländer hier mal genau schauen und den Druck erhöhen, dass dieses Bundesprogramm aufgestockt wird. Die Gelder sind problemlos da. So viel müssen uns unsere Kinder wert sein.“

Damit – zumindest in den kommenden Jahren – bei Hitzewellen wieder häufiger Abkühlung möglich sein wird.

Zuletzt aktualisiert: 19.09.2019, 10:26:02