Schwesig über die AfD: “Aus Frauensicht nicht wählbar”

Gepostet am 30.08.2016 um 18:52 Uhr

Für die Familienministerin ist der Landtagswahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern Ehrensache – denn hier kommt sie her. Schwesig attackiert die AfD als altmodisch und frauenfeindlich.

Die Kinder in Pasewalk wollten der Familienministerin eine Freude machen. Wer die blonde Frau denn sei, fragt eine Erzieherin, und ganz brav, so wie es einstudiert war, sagen die Kleinen: „Du bist die Helferin von Frau Merkel!“.

So hätte es Manuela Schwesig vermutlich selbst nicht beschrieben, aber sie lacht immerhin, die Kinder und der Journalistentross lachen auch. Nicht alles ist planbar und vorhersehbar.

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Dass Schwesigs Sommerreise als SPD-Partei-Vize nach Mecklenburg-Vorpommern führt, ist natürlich kein Zufall. Hier kommt sie her – und hier wird am Sonntag gewählt. Die Termine der Tour passen zu ihr. Es ist zu spüren, dass Schwesig Land und Leute kennt – und viele ihrer Probleme.

Die AfD, die Umfragen zufolge mit mehr als 20 Prozent rechnen kann, will sie mit Argumenten stellen. Als Frau aus Ostdeutschland, zweifache Mutter und Berufspolitikerin, lässt sie sich über das Frauen- und Familienbild der AfD aus. Rückwärtsgewandt sei das, die Partei aus Frauensicht nicht wählbar.

Umso mehr versucht Schwesig, für die Familienpolitik ihrer Partei zu werben. Bei jeder Gelegenheit aufs Neue erklärt sie, was die SPD für Eltern und Kinder tut, für Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Und dann kommt beim Besuch eines Bürgerfestes doch wieder das Burkaverbot aufs Tablett, hier im beschaulichen Heinrichswalde mit etwas mehr als 400 Einwohnern.

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Schwesig nimmt sich Zeit. Jeder, der sie anspricht, bekommt ihre Aufmerksamkeit. Bis Sonntag will sie noch viele Menschen davon überzeugen, SPD zu wählen. Dafür zieht sie am Strand in Heringsdorf sogar auch mal die Stöckelschuhe aus.

Zuletzt aktualisiert: 14.12.2017, 11:01:19