Safer Internet Day 2017 – digitale Heimvernetzung, ein Sicherheitsrisiko?

Gepostet am 14.02.2017 um 17:36 Uhr

Als nächstes ist die eigene Wohnung dran. Die Digitalisierung durchdringt immer größere Teile unseres Alltags. Am Dienstag diskutierten Bundesjustizminister Maas und Bitkom-Hauptgeschäftsführer Rohleder Chancen und Risiken.

In der Welt von morgen ist auch unser privates Zuhause vernetzt. Und zwar nicht nur der Fernseher, sondern auch die Heizung, die Fenster und Rollläden, die Beleuchtung. Und für die größten Fans der Digitalisierung bestellt der Kühlschrank die Lebensmittel. Schöne neue Welt.

Der Nutzen sei groß, schwärmt Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer von Bitkom:

„Wir werden durch intelligente Haustechnik ein Plus an Sicherheit haben, etwa dadurch, dass wir einen Einbruchsschutz haben, wie wir ihn heute noch nicht kennen.“

Auch beim Klimaschutz und Energiesparen könnten intelligente Systeme helfen, etwa bei der Heizungssteuerung oder mit dem automatischen Schließen geöffneter Fenster.

Angreifbar durch Hacker

Allerdings bergen alle Smart Home Strukturen auch ein Sicherheitsrisiko. Vernetzte Systeme können gehackt werden, erhobene Daten missbraucht werden. Im schlimmsten Fall übernehmen Cyberkriminelle die Steuerung des eigenen Hauses, schalten sich auf Kameras und kontrollieren die Privatsphäre, oder gespeicherte Daten über das Konsum- und Kaufverhalten werden verkauft und dann für Werbezwecke missbraucht. Damit das nicht passiert, müsse die Sicherheit der Smart Home Geräte mit entsprechenden Schutzmechanismen gewährleistet werden, etwa mit Firewalls, starken individuellen Passwörtern und regelmäßigen Sicherheitsupdates. Dass es für sichere Produkte ein Prüfsiegel geben wird, hält Bernhard Rohleder allerdings für unwahrscheinlich:

„Wenn wir ein deutsches Siegel einführen, würden sich viele Anbieter nicht beteiligen, weil der deutsche Markt zu klein ist und wir hier über eine globale Entwicklung reden.“

Man müsse Mindestanforderungen gegebenenfalls über internationale Standardisierungsgremien erarbeiten.

Den Bedarf für gesetzliche Regelungen, etwa bei der Produkthaftung, sieht Bundesjustizminister Heiko Maas noch nicht:

„Wir können schlecht für eine Technik, die noch vor der Markteinführung ist, Regelungen vorschlagen, ohne zu wissen, in was für eine Richtung das laufen wird.“

Eine Erweiterung der Datenschutzgesetze sei auch nicht erforderlich, so der Bundesjustizminister. Die neue EU-Datenschutzgrundverordnung, die noch in dieser Legislaturperiode in deutsches Recht umgesetzt werden soll, schreibe die Zweckbindung der Daten bereits fest.

Eine theoretische Unsicherheit bleibt immer. Denn überall, wo Netzwerkstrukturen genutzt werden, ist ein Angriff von außen auch möglich.

Zuletzt aktualisiert: 11.12.2017, 04:48:13