Anschläge gegen Linke geplant?

Gepostet am 28.08.2017 um 12:05 Uhr

In Mecklenburg-Vorpommern geht die Polizei gegen Personen vor, die offenbar Anschläge gegen Vertreter des linken Spektrums geplant haben. Die Verdächtigen – darunter mindestens ein Polizist – sollen bereits Waffen und Munition besorgt haben. Von Michael Götschenberg.

In Rostock geht die Polizei gegen Personen vor, die offenbar Anschläge gegen Vertreter des linken Spektrums geplant haben. Die Verdächtigen – darunter mindestens ein Polizist – sollen bereits Waffen und Munition besorgt haben.

Von Michael Götschenberg, ARD-Hauptstadtstudio

 Der Verdacht richtet sich gegen zwei Personen – darunter ein Polizeibeamter der Polizeiinspektion Ludwigslust, wie das Innenministerium von Mecklenburg-Vorpommern mitteilte. Die beiden Beschuldigten sollen in Chats mit weiteren Personen darüber gesprochen haben, Anschläge gegen Vertreter des linken Spektrums zu verüben. 

Liste mit möglichen Opfern gefunden

Wie konkret diese Pläne waren, ist noch unklar. Allerdings sollen sie bereits eine Liste mit Namen erstellt haben. Ausgangspunkt für die Pläne sollen düstere Erwartungen zur Entwicklung in Deutschland gewesen sein. Im Chat sollen die Beschuldigten sich darüber ausgetauscht haben, dass sie infolge der Zuwanderung von Flüchtlingen mit steigender Kriminalität und weiteren Anschlägen in Deutschland rechnen – bis hin zum Zusammenbruch der staatlichen Ordnung.

Verdächtige horteten Waffen und Munition

Diese sollen sie aber auch als Chance gesehen haben, um gegen Personen aus dem linken Spektrum vorzugehen. Sie sollen geplant haben, diese festzusetzen und zu töten, so der Vorwurf des Generalbundesanwalts, der die Ermittlungen leitet.

Zur Vorbereitung auf den erwarteten staatlichen Zusammenbruch hätten die Beschuldigten bereits Lebensmittel und Munition gehortet. Sie sollen legal über Waffen verfügen.

GSG9 unterstützte Aktion

Heute Morgen wurden mehrere Wohnungen und Geschäftsräume der Verdächtigen und ihres Umfelds in Mecklenburg-Vorpommern durchsucht. Davon sei nach Angaben des Innenministeriums in Mecklenburg-Vorpommern auch ein weiterer Polizist betroffen gewesen. Die Razzia wurde mit Unterstützung der GSG9 durchgeführt. Über das Ergebnis der Durchsuchungen ist noch nichts bekannt.

 

Razzia wegen Terrorverdachts in Mecklenburg-Vorpommern
Michael Götschenberg, ARD Berlin
11:31:00 Uhr, 28.08.2017

Über dieses Thema berichtete am 28. August 2017 Inforadio um 11:40 Uhr und Deutschlandfunk um 12:00 Uhr.

Korrespondent

Michael Götschenberg

Michael Götschenberg

Der Bericht aus Berlin

ARD-Hauptstadtstudio

Zuletzt aktualisiert: 22.08.2019, 15:23:35