Razzia gegen Islamisten in Berlin

Gepostet am 14.12.2017 um 11:02 Uhr

Die Polizei hat in Berlin mehrere Wohnungen von mutmaßlichen Islamisten durchsucht. Dabei ging es um IS-Kontakte. Laut RBB bestand aber keine Verbindungen zum Umfeld des Berlin-Attentäters Amri. Von Michael Götschenberg.

Die Polizei hat in Berlin mehrere Wohnungen von mutmaßlichen Islamisten durchsucht. Dabei ging es um IS-Kontakte. Laut RBB bestand aber keine Verbindungen zum Umfeld des Berlin-Attentäters Amri.

Von Michael Götschenberg, ARD-Hauptstadtstudio

Die Razzia richtet sich gegen mehrere Personen in der islamistischen Szene. Hintergrund der Maßnahme in Berlin seien Ausreisen zum IS, wie die Generalstaatsanwaltschaft mitteilte. Hinweise auf einen geplanten Anschlag gibt es nach Informationen des RBB nicht.

Ein direkter Bezug zum Fall Anis Amri, wie in einzelnen Medien berichtet, sei nicht zu erkennen, erfuhr der RBB aus Sicherheitskreisen. Amri hatte vor knapp einem Jahr mit einem Lkw einen Anschlag auf den Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Breitscheidplatz verübt und dabei zwölf Menschen getötet.

So viele Gefährder wie nie

Die Bedrohung durch den islamistischen Terrorismus wird von den Sicherheitsbehörden als unverändert hoch eingeschätzt, auch wenn Deutschland in diesem Jahr von islamistisch motivierten Anschlägen weitgehend verschont geblieben ist. Die Zahl der Personen, die von der Polizei als islamistische Gefährder eingestuft werden, ist mit rund 700 so hoch wie nie zuvor. Die Anziehungskraft radikal islamistischen Gedankenguts ist nach wie vor hoch: Wie das Bundesamt für Verfassungsschutz vor einigen Tagen mitteilte, ist die Zahl der Salafisten in Deutschland mit 10.800 einen neuen Höchststand erreicht.

Zuletzt aktualisiert: 24.10.2020, 14:29:39