Kims Treffen mit Putin wird wohl kurz sein

Gepostet am 24.04.2019 um 21:45 Uhr

Auf dem Gipfeltreffen zwischen Machthaber Kim und Präsident Putin wird es neben der atomaren Abrüstung auch um den Handel zwischen Nordkorea und Russland gehen. Doch das Treffen wird wohl schnell enden. Putin hat noch einen anderen Termin. Von Frank Aischmann.

Auf dem Gipfeltreffen zwischen Machthaber Kim und Präsident Putin wird es neben der atomaren Abrüstung auch um den Handel zwischen Nordkorea und Russland gehen. Doch das Treffen wird wohl schnell enden. Putin hat noch einen anderen Termin.

Von Frank Aischmann, ARD-Studio Moskau

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un ist schon da. Russlands Präsident Wladimir Putin landet erst später in der sibirischen Hafenstadt Wladiwostok. Es ist das erste Gipfeltreffen zwischen den beiden Staatschefs. Um 13 Uhr Ortszeit soll es beginnen – das heißt um 5 Uhr MESZ.

Das Treffen findet auf dem Campus der Fernöstlichen Universität von Wladiwostok statt. Wegen eines früheren internationalen Gipfels wurden hier moderne Hotel- und Konferenzräume geplant. Darüber hinaus lässt sich der Campus auf der Insel Russkij im Süden von Wladiwostok gut sichern, was Nordkoreas Machthaber als Vorteil ansieht.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong-Un

FAQ

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Sprechen über atomare Abrüstung

Kim und Putin werden zunächst unter vier Augen reden und danach gemeinsam mit den Delegationen verhandeln. Natürlich werde die atomare Abrüstung ein Thema sein – genauso wie bei den bereits zwei Treffen zwischen Kim und dem US-Präsidenten Donald Trump, sagt Ilja Djatschkow, Nordkorea-Experte des Moskauer Staatlichen Instituts für Internationale Beziehungen:

„Die atomare Abrüstung ist natürlich nicht nur eine Frage für Nordkorea und die USA. Alle regionalen Staaten arbeiten an der Lösung dieses Problems. Und natürlich kommen zum Beispiel die US-Beauftragten öfter nach Moskau. Unsere Vertreter fahren sowohl nach Nord- wie auch nach Südkorea. Alle Seiten reden sehr aktiv miteinander. So gesehen wird der Besuch Kims in Russland Teil der gemeinsamen diplomatischen Bemühungen zur Beilegung der Nuklearprobleme auf der koreanischen Halbinsel. Es geht darum, eine friedliche, allseits annehmbare Lösung zu finden.“

Handel liegt derzeit bei 34 Millionen Euro im Jahr

Denn erst dann – und wenn die internationalen Sanktionen gegen Nordkorea gelockert werden – könnte der Handel mit Nordkorea wieder aufgenommen werden, der nach Angaben eines russischen Regierungsvertreters derzeit bei verschwindenden 34 Millionen Euro im Jahr liegt.

Rohstoff- und Energielieferungen aus Russland, seltene Erden aus Nordkorea, Investitions- und Transitprojekte – es gibt mehrere Vorhaben, die zurzeit warten.

Verbindung zur transsibirischen Eisenbahn

Vorbild ist zum Beispiel die Bahnverbindung zwischen der russischen Grenzstadt Chassan, über die Kim einreiste, und der nahe gelegenen nordkoreanischen Hafenstadt Rajin. „Wir haben die Bahntrasse vor fünf Jahren modernisiert“, sagt Djatschkow. „Auch der Hafen von Rajin wurde mit Hilfe russischer Investoren erneuert. Wir hoffen, dass das zu einem Modell künftiger dreiseitiger Zusammenarbeit von Nord- und Südkorea und Russland wird und dass irgendwann die transkoreanische und die transsibirische Eisenbahnen verbunden werden.“

Allerdings sei das ein Projekt, über das schon seit Jahrzehnten geredet werde, so Djatschkow.

Ein kurzfristiger Durchbruch bei den Atomverhandlungen wird nicht erwartet. Und so wichtig das Treffen auch sein mag – auch für Russlands internationales Ansehen: Der Gipfel wird wohl schnell enden. Denn Präsident Putin fliegt noch am selben Tag von Wladiwostok aus weiter – zum schon lange anberaumten Seidenstraßen-Gipfel nach Peking.

Putin trifft Kim in Wladiwostok
Frank Aischmann, ARD Berlin
20:30:00 Uhr, 24.04.2019

Zuletzt aktualisiert: 23.05.2019, 18:54:24