Pro und Contra: Sollte die SPD auf eine Kanzlerkandidatur verzichten?

Gepostet am 07.11.2019 um 15:49 Uhr

Norbert Walter-Borjans rät seiner Partei davon ab, mit einer Kanzlerkandidatur in den nächsten Bundestagswahlkampf zu gehen. Eine gute Idee? Killian Pfeffer und Alfred Schmit sind unterschiedlicher Meinung.

Kilian Pfeffer findet das richtig und sagt: „Politik beginnt mit dem Betrachten der Wirklichkeit“:

Betrachtern wir mal die Umfragewirklichkeit der SPD. Seit weit mehr als einem Jahr dümpelt die Partei bundesweit um die 15 Prozent herum. Etwas besser als die AfD, zuletzt deutlich hinter den Grünen, mit großem Abstand zur Union.

Natürlich ist die SPD eine wichtige Partei, aber: Die fetten Jahre sind vorbei, aktuell jedenfalls. Schon Martin Schulz war es vor zwei Jahren erkennbar unangenehm, immer wieder sagen zu müssen, er wolle Kanzler der Bundesrepublik Deutschland werden. Man macht sich nicht unnötig klein, wenn man Realitäten zur Kenntnis nimmt. Man macht sich eher lächerlich, wenn man es nicht tut.

Alfred Schmit hingegen hält das für einen Fehler:

Was für ein schlechtes Signal wäre das für alle Arbeitnehmer und sozial Schwächeren. Die SPD sollte sich stark machen für Gerechtigkeit und Diversität in der Gesellschaft, für Klimaschutz und echten Netz-Ausbau. Energiewende, Verkehrswende, Arbeitsmarkt-Politik. Alle diese Themen sollte die SPD nicht komplett den Grünen überlassen.

Die SPD ist immer noch eine wichtige Partei mit vielen guten Leuten. Schlimm genug, dass sie derzeit so wenig Stimmen bekommt. Da darf sie nicht auch noch den Anspruch aufgeben, eine Führungsrolle zu übernehmen. Die SPD sollte nicht in Deckung gehen – sie sollte in Führung gehen.

Zuletzt aktualisiert: 17.11.2019, 11:28:53