Die Strippenzieher

Gepostet am 27.09.2017 um 17:11 Uhr

Wähler überzeugen, Themen setzen, Mehrheiten finden: Politik ist mitunter ein mühsames Geschäft. Damit der politische Laden läuft, gibt es vier besonders wichtige Posten in Partei und Fraktion.

Wähler überzeugen, Themen setzen, Mehrheiten finden: Politik ist mitunter ein mühsames Geschäft. Damit der politische Laden läuft, gibt es vier besonders wichtige Posten in Partei und Fraktion.

Von Martin Mair, ARD-Hauptstadtstudio

Der Fraktionschef

Er hat einen vielfältigen Job. Nach außen soll er das Profil seiner Fraktion schärfen, nach innen muss er den Zusammenhalt organisieren. Gerade bei strittigen Themen ist er dafür zuständig, dass die Fraktionsdisziplin eingehalten wird. Öffentlich vertritt der Fraktionschef die Position seiner Abgeordneten oft in den Medien. Der Fraktionschef der Opposition ist meist mächtiger, weil er sich und seine Fraktion ohne Rücksicht auf die Regierung profilieren kann: Als scharfer Redner und konzeptioneller Kopf. Der Fraktionschef einer Regierungspartei dagegen muss viel stärker darauf achten, der Regierung den Rücken frei zu halten. Dafür muss der Fraktionschef eine Menge Organisationsarbeit leisten.

Der Parlamentarische Geschäftsführer

Er managt das Alltagsgeschäft. Ohne den “PGF”, wie er oft genannt wird, läuft nichts. Er tauscht sich mit anderen Parteien aus, um die Sitzungen des Bundestags vorzubreiten und die Tagesordnung festzulegen. Innerhalb seiner Partei entscheidet er, wer zu einem Thema sprechen darf. Gerade bei strittigen Themen sind die Parlamentarischen Geschäftsführer dafür zuständig, dass die Disziplin eingehalten wird – etwa dass bei knappen Abstimmungen genügend Abgeordnete im Plenum sitzen. In diesen Fällen fungieren die Parlamentarischen Geschäftsführer als Einpeitscher, auf englisch: whips. So werden sie etwa im britischen Parlament genannt.

Der Parteichef

Neben den beiden genannten Spitzenjobs in der Fraktion gibt es zwei wichtige auf Parteiebene. Der Parteichef, auch Vorsitzender genannt, ist das Gesicht seiner Partei. Er repräsentiert nach außen und führt nach innen. Die großen inhaltlichen Linien werden auf Parteitagen festgelegt. An sie muss sich der Chef halten. Im Alltag muss er diese Beschlüsse in der tagesaktuellen Politik mit Leben füllen und dabei immer die verschiedenen Meinungen seiner Mitglieder im Blick haben und zusammenbinden.

Der Generalsekretär

Unterstützt wird der Parteichef vom Generalsekretär – die Grünen nennen diesen Posten Bundesgeschäftsführer. Ein Posten, der sich nicht für zartbesaitete Gemüter eignet. Denn Generalsekretäre sind für Attacke und Angriff auf den politichen Gegner zuständig – wo immer es nur geht. Dabei muss ein Generalsekretär seine eigene Parteibasis bei Laune halten und die Wähler von den Ideen der Partei überzeugen. Wer den Job gut machen will, sollte möglichst zu jedem Thema in kürzester Zeit eine Meinung haben und sie begründen können – Generalsekretäre sind schließlich die Lautsprecher ihrer Partei.

Zuletzt aktualisiert: 21.11.2017, 18:19:35