Gesundheitsminister Spahn will die Notfallversorgung reformieren. Foto: imago/Steffen Schellhorn

Notfallversorgung: Wir brauchen ein strafferes System

Gepostet am 22.07.2019 um 17:54 Uhr

Gesundheitsminister Spahn will Krankenhäuser durch telefonische Notfall-Leitstellen und Notfall-Zentren entlasten. Ein guter Vorsatz, denn reformbedürftig ist das System allemal. Ein Kommentar von Uwe Lueb.

Alles, was zu schnellerer Hilfe von Menschen in Not führt, ist gut. Dazu gehört es, in den Krankenhäusern zu entscheiden, ob jemand wirklich in die Notaufnahme muss, oder ambulant behandelt werden kann. Aber dafür muss ein Patient erst mal dorthin gekommen sein. Wie sinnvoll es dafür ist, Notruf- und Terminservicestellen zu enger Zusammenarbeit zu verpflichten, muss sich noch zeigen. Soll wirklich jemand am Telefon entscheiden, ob akutes Unwohlsein von einem verdorbenen Mittagessen oder einem Herzinfarkt kommt?

Reformbedürftig ist das System aber allemal. Ich habe kürzlich selbst die 112 angerufen – für jemanden, der unter starken Schmerzen litt. Bis zur Untersuchung im Krankenhaus wurden allein die persönlichen Daten drei Mal aufgenommen. In der Notaufnahme hieß es unverblümt, es gebe halt immer mehr Bürokratie und daher weniger Zeit für Patienten.

Wenn Spahn das System nun straffen und neu ordnen will, ist das ein guter Vorsatz. Über den Erfolg entscheidet allein das Ergebnis.

Zuletzt aktualisiert: 25.08.2019, 20:21:34