Neuer Zukunfts-Podcast „mal angenommen“ gestartet

Gepostet am 30.01.2020 um 16:17 Uhr

Am Donnerstag ist der Podcast „mal angenommen“ mit gleich zwei Folgen gestartet. Im Interview berichten Marcel Heberlein und Kristin Becker über die Entwicklung der Formatidee, Herausforderungen und Ziele bei der Umsetzung. „mal angenommen“ ist ein gemeinsames Format von Tagesschau und ARD-Hauptstadtstudio. Er geht davon aus, dass eine politische Forderung oder ein politisches Szenario Wirklichkeit wird. Die Podcast-Folgen erscheinen immer donnerstags und sind auf tagesschau.de, in der ARD Audiothek sowie auf Spotify, iTunes und anderen Podcast-Plattformen abrufbar.

Wie kam es zur konkreten Idee für „mal angenommen“?

Marcel Heberlein: Wir haben uns schon vor einem Jahr mit Kolleginnen und Kollegen aus Fernsehen und Hörfunk zusammengesetzt und überlegt, wie wir Social-Media im HSB noch weiter stärken können. Dabei ist Idee eines Podcasts entstanden, als crossmediales Projekt. Das hat schnell viele im Haus begeistert. In einem Workshop haben wir mögliche Konzepte entwickelt. Durchgesetzt hat sich das Format „mal angenommen“. Dabei geht es um Zukunftsszenarien. Wir nehmen uns eine politische Idee vor – was wäre zum Beispiel, wenn wir alle auf Elektroautos umsteigen – und spielen sie durch.

Was reizt Euch an dem Projekt?

Kristin Becker: Mir gefällt es, im Team zu arbeiten – zusammen zu recherchieren, zu diskutieren, zu produzieren. Pro Folge sind immer zwei von insgesamt fünf Korrespondentinne und Korrespondenten dabei. Jeder bringt seine persönlichen Erfahrungen, sein „Expertenwissen“, aber auch seine Kenntnisse aus dem Fernseh- oder Hörfunkbereich mit ein. Außerdem findet „mal angenommen“ auch auf dem Instagram-Kanal der Tagesschau statt. Es gibt also nicht nur was zu hören, sondern auch was zu sehen.

Marcel Heberlein: Da ja keiner genau weiß, wie die Zukunft sein wird, lässt sich darüber besonders gut streiten. Das macht es spannend und lebendig. Wir versuchen, den Vor- und Nachteilen einer politischen Idee auf die Spur zu kommen. Unsere Hoffnung ist, dass das Lust macht, selber mitzudenken, wie die Zukunft mal sein könnte oder sein sollte.

Nehmt uns mit in die Vorbereitung einer Folge: Wie sind die Abläufe? Knüpft ihr thematisch direkt an aktuelle bundespolitische Entscheidungen an?

Marcel Heberlein: Die Themen können, müssen aber nicht an aktuelle Entscheidungen oder Debatten anknüpfen. Uns interessieren vor allem Diskussionen, die politisch und gesellschaftlich über längere Zeit relevant sind. Dabei sprechen wir im Podcast nicht nur über unsere Recherchen, sondern lassen auch Betroffene und Expertinnen und Experten zu Wort kommen. Jede Folge wird in einem HSB-Hörfunkstudio produziert. Das Ganze ist aber ein richtiges Kooperationsprojekt von Fernseh- und Hörfunkredaktion, Produktion und der Tagesschau in Hamburg.

Ihr durchdenkt in jeder Podcast-Folge eine mögliche Zukunftsvision. Wo liegen da die Herausforderungen?

Kristin Becker: Grundsätzlich hilft uns natürlich die Gegenwart. Wir befragen Expertinnen und Experten zu den Themen und überlegen, was wir aus deren Aussagen für die Zukunft ableiten können. Wir schauen uns zudem Studien an, die Zukunftsszenarien entwickeln und rechnen auch gerne mal selbst. Das Szenario, das wir dann entwickeln, ist zugespitzt – also der Extrem- oder Optimalfall. Plausibilität spielt dabei aber immer eine wichtige Rolle. Klar ist auch: künftige Entdeckungen oder Erfindungen kennen wir – leider – nicht. Insofern kann am Ende alles ganz anders kommen.

Zeit für eine kleine Preview: Könnt ihr uns einen Ausblick auf die ersten Folgen geben?

Marcel Heberlein: Wir starten mit zwei Folgen. Eine dreht sich um die Frage, was passieren könnte, wenn auf den deutschen Straßen nur noch Elektroautos fahren würden. Die Einführung einer allgemeinen Dienstpflicht, wie sie die Union vorgeschlagen hat, ist das Thema der zweiten Folge.

Zuletzt aktualisiert: 23.02.2020, 02:36:03