Nachwuchsprobleme der Parteien

Gepostet am 28.05.2017 um 16:46 Uhr

Warum sollen sich Parteien auf junge Mitglieder speziell einstellen?

Yannick Haan, SPD: „Es muss auch für Jüngere, für Leute, die vielleicht andere Gewohnheiten haben, müssen Parteien auch ein Angebot machen. Und das fehlt bislang. Wir haben irgendwie Strukturen, die seit den 70-er Jahren bestehen und kaum verändert wurden und alle Organisationen müssen sich anpassen und da gehören auch Parteien dazu. Wenn sie am Ende keine Jugend mehr haben, sterben sie irgendwann aus. Und das ist ein großes, auch demokratisches Problem.“

Besteht auch eine Gefahr, dass junge Mitglieder die Partei schnell wieder verlassen?

Yannick Haan, SPD: „Die Gefahr ist schon groß, dass Viele wieder gehen. Weil ich auch mit einigen gesprochen habe und die auch gesagt haben: Ich will mich engagieren, aber ich finde nicht so richtig, wo ich hingehen soll. Also im Ortsverein finden sie sich nicht so richtig wieder, weil es da oft um lokale Themen geht. Und ansonsten wissen sie nicht, wo sie hingehen sollen. Deswegen sehe ich schon eine große Gefahr, dass nach der Wahl oder später, wenn man sich dann nicht hineingefunden hat in die Partei, dass man dann wieder sagt, ich gehe wieder. Und das sollte eigentlich den Parteien nicht passieren.“

Was sollte sich schnell an der Arbeit in Parteien verändern?

Diana Kinnert, CDU: „Man kann sich auch ein bisschen von den USA abgucken. Die haben ganz viele Kampagnenwerkstätten und ganz andere Art von Labs und Laboratorien, wo man ganz anders mitarbeiten kann. Und eben nicht so zeitlich gebunden oder wohnortgebunden oder undigital.“

Welche Parteien sind denn besonders gefordert, sich zu verändern?

Diana Kinnert, CDU: „Bei den großen Parteien merken wir es natürlich viel doller. Wir haben sinkende Mitgliedszahlen, weil viele Leute sterben, weil weniger nachkommen. Und es ist eben ja auch eine staatstheoretische Frage, wenn man sagt: Das Parlament hat eine gewisse Legitimation und inwieweit ist die denn noch berechtigt, wenn so wenige Leute in den Parteien repräsentiert sind. Insofern ist das eine besondere Frage, die sich den Volksparteien stellt.“

Mehr zu diesem Thema finden Sie hier von unserer Korrespondentin Ulla Fiebig.

Zuletzt aktualisiert: 20.08.2017, 09:56:39