Müssen nur wollen – Der Koalitionsvertrag kann was

Gepostet am 07.02.2018 um 18:15 Uhr

Der Koalitionsvertrag von Union und SPD verspricht ganz konkrete Verbesserungen im Alltag vieler Menschen. Die GroKo-Neuauflage kann gut werden. Union und SPD müssen es nur wollen, kommentiert Julia Barth.

Es gibt ein Lied von der Band Wir sind Helden mit dem Titel „Müssen nur wollen“. Darin geht es um zu hohe Erwartungen, die an einen gerichtet werden, die man aber nicht immer erfüllen will, auch wenn andere noch so sehr an einem zerren.

An der potenziellen großen Koalition wird jetzt schon viel gezerrt. Denn die Kritiker sind sich sicher: Das, was Union und SPD vereinbart haben, reicht nicht. Doch was genau hätten Union und SPD eigentlich alles umkrempeln müssen, damit ihnen der große Wurf bescheinigt wird?

Dieser Koalitionsvertrag ist in die Zukunft gerichtet. Er verspricht vielen Menschen ganz konkrete Verbesserungen im Alltag. Kindern, Eltern, Mietern, Arbeitnehmern, der Wirtschaft, Rentnern, Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen.

Zu wenig ambitioniert bei Klima und Breitband

Ja, beim Kampf gegen den Klimawandel oder beim Breitbandausbau sind die Großkoalitionäre – mal wieder – zu wenig ambitioniert. Aber wenn jetzt von allen Seiten jeweils Kritik auf die druckfrischen Vereinbarungen einhagelt, dann können Union und SPD so viel nicht falsch gemacht haben.

Messen lassen müssen sich CDU, CSU und SPD jetzt an drei Dingen: Sie müssen erstens dafür sorgen, dass die Wohltaten bei den Menschen auch tatsächlich ankommen. Dass Gelder nicht im Verwaltungsnirwana versacken.

Mutig in die Zukunft regieren

Zweitens sollten Union und SPD ernsthaft darüber nachdenken, was sie künftig auch weglassen können, wenn die Kassenlage eben nicht mehr so vorzüglich ist wie im Moment. Und drittens muss die potenzielle nächste Bundesregierung Lust daran entwickeln, mutig in die Zukunft zu regieren.

Das gilt nicht nur aber insbesondere für die momentan ziemlich missmutige SPD. Diese Neuauflage der großen Koalition kann gut werden. Union und SPD müssen es nur wollen.

Zuletzt aktualisiert: 23.01.2020, 12:27:06