Mit von der Leyen in Westafrika: Eindrücke abseits der Politik

Gepostet am 14.11.2018 um 16:20 Uhr

Verteidigungsministerin von der Leyen war im Niger und in Mali, um Politiker und die Bundeswehr der Minusma-Mission zu treffen. Birgit Schmeitzner hat sie begleitet und den Alltag der Bundeswehrsoldaten erlebt.

Drei Tage im afrikanischen Sommer – Niger und Mali. Nein, kein Kurzurlaub, sondern Dienstreise: Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen traf sich mit Politikern beider Länder. Im Niger war es eine partnerschaftliche Atmosphäre. In Mali ging es eher darum, von der Regierung echte Erfolge einzufordern im Kampf gegen Extremisten. Die UN-Mission Minusma kann und soll es schließlich nicht alleine richten. Und dann natürlich: Besuch bei der Truppe, erst der Lufttransportstützpunkt Nimey, dann das Camp Castor in Gao am Rande der Wüste.

Auf Dienstreise sieht man ja nur sehr wenig von Land und Leuten, zwischen den offiziellen Terminen der Verteidigungsministerin habe ich dann aber doch ein paar Eindrücke aufgeschnappt, die hängen bleiben.

Große Freude über Päckchen aus der Heimat

Die vielen Mopeds in Bamako, deren Fahrerinnen lieber kunstvoll gebundenes Kopftuch tragen als einen Helm. Der Malier, der den Parkplatz an der Stadtverwaltung bewacht und sich mal eben an einem Wasserhahn den Kopf wäscht. Die Möbel, die am Straßenrand im roten Sand stehen und verkauft werden wollen. (Es gibt auch Stände mit Motorradhelmen – aber dieses Sicherheitsfeature scheint nicht so sehr begehrt zu sein, siehe oben).

Immer wieder beeindruckend aber auch, wie sich die deutschen Soldaten mit der Hitze und dem Staub arrangieren. Das Fitness-„Studio“ im Freien im Camp Castor/Gao. Ein Hauptfeldwebel erzählte mir von seinen Tagesablauf: Wecker klingelt um fünf, dann Sport, Frühstück. Dienstbeginn um 7:30, Dienstende gegen 17:30 Uhr, manchmal auch etwas später. Viel trinken, vier bis sechs Liter Wasser am Tag (kein Alkohol!). Und die große Freude, wenn die Feldpost Päckchen von daheim bringt: mit Leberwurst, Saumagen – eben mit allem, „was es in der guten Pfalz so gibt“.

Klimatisierte Container statt Zelte

Beeindruckend auch, wie sich der Stützpunkt in Niamey verändert hat: Vor zwei Jahren hab ich da noch gesehen, wie die Soldaten in Zelten hausten – jetzt gibt es klimatisierte Container. Und eine Torte zur förmlichen Eröffnung des neuen Camps durch die Ministerin – die sagt: Die Soldaten hätten sich „zu Recht darüber beschwert, dass es in den Zelten tagsüber um die 40 Grad hatte“.

Mein Fazit: So anstrengend es wieder mal war (15-Stunden-Tage, Druckbetankung mit Fakten, Zusammenhängen, Hintergründen, dazu die Nebenwirkungen der Malaria-Prophylaxe) – auf so einer Dienstreise bekomme ich ein besseres Gespür für die Themen und kann sie dadurch in meiner Berichterstattung auch besser einordnen. Ganz abgesehen davon, dass ich es als großes Glück empfinde, jeden Tag etwas Neues lernen zu dürfen.

Zuletzt aktualisiert: 10.12.2018, 01:03:25