Millionenhilfe für Bauern: Es muss eine Ausnahme bleiben

Gepostet am 22.08.2018 um 14:25 Uhr

Es ist sinnvoll die Einbußen der Bauern in diesem extrem trockenen Jahr abzufedern. Angesichts der erwartbaren Zunahme solcher Extremwetterlagen sollten die Bauern aber umdenken und nachhaltiger produzieren. Birgit Schmeitzner kommentiert.

Klar gibt der Bund, geben die Länder Geld. Dieses extrem trockene Jahr bedeutet für viele Bauern extreme Einbußen. Das geht an die Substanz, da wird geholfen. Das ist kein Mitleid, das ist Solidarität. Und da kann man auch mal darüber hinwegsehen, dass der Agrarbereich hochsubventioniert ist und sich so mancher Betrieb ohne das Geld aus den EU-Fördertöpfen ohnehin nicht halten könnte.

Es muss eine Ausnahme bleiben

Als Ausnahme ist das ok. Nur – soll das die Regel werden? Solche Extrem­wetterlagen werden zunehmen. Das sagen Wissenschaftler, das sagt Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner. Ob es nun Dürreperioden sind oder Überschwemmungen. Und da muss man die Frage stellen, wo das her kommt und wer Schuld daran ist.

Der Mensch, sagt die Wissenschaft. Wir mit unserem konsumgetriebenen Lebenswandel, für den die eine Welt, die wir haben, nicht ausreicht – wir sind Klimasünder. Und dieses “Wir” schließt die Bauern mit ein. Sieben Prozent der Treibhausgase kommen aus der Landwirtschaft. Pupsende Kühe stoßen Methan aus, die industrialisierte Tierhaltung mit ihren Mega-Mastställen produziert so viel Gülle, dass Felder überdüngt und Grundwasser belastet ist.

Eine nachhaltige Landwirtschaft wäre im Interesse der Bauern

Sieben Prozent? Klingt nach nicht viel – aber das ist kein Argument dafür, alles so zu lassen wie es ist. Nach dem Motto: Sollen doch die anderen was tun! Vor allem ist es kein Argument, wenn man von genau diesen anderen in harten Jahren wie jetzt Hilfe erwartet.

Eine klimaangepasste, nachhaltige Landwirtschaft wäre im Interesse der Bauern – ihre Existenzen sind nämlich in Gefahr durch das Modell, das wir jetzt leben und das uns jeden Tag ein billiges Schnitzel auf den Teller zaubert. Dass der Bauernverband bei solchen Vorstößen mit Vorliebe bremst, ist kurzsichtig. Und er erweist den Landwirten damit einen Bärendienst.

Zuletzt aktualisiert: 21.10.2018, 07:58:33