Markenkern: Merz

Gepostet am 31.10.2018 um 18:01 Uhr

Ein klares Profil fordert Parteichef-Kandidat Merz für die CDU: wirtschaftsliberal und sozial, wertkonservativ und modern, national und basisdemokratisch – also genau so wie er selbst. Alex Krämer hat seine Pressekonferenz verfolgt..

Ein klares Profil fordert Parteichef-Kandidat Merz für die CDU: wirtschaftsliberal und sozial, wertkonservativ und modern, national und basisdemokratisch – also genau so wie er selbst.

Von Alex Krämer, ARD-Hauptstadtstudio

Da sitzt einer, der selbstbewusst ist, sehr selbstbewusst: “Mein Name ist Friedrich Merz – mit e.” Und seine Kurzbotschaft: Die Partei steckt in der Krise, er werde die CDU da rausholen: “Wir müssen verstehen, was die Menschen im Land bewegt, und wir dürfen sie nicht mit Floskeln abspeisen.”

Von denen serviert Merz dann allerdings selber so einige – bleibt sehr im Allgemeinen, mit dem, was er zu seinen inhaltlichen Vorstellungen skizziert. “Die CDU muss sich Klarheit verschaffen über ihren Markenkern”, sagt er – und redet dann von einer Partei, in der Liberale, Konservative und Sozialpolitiker Platz haben sollen, die für Zusammenhalt kämpft, für Umweltschutz, für eine sichere Zukunft der Jungen, zu deren Lasten keine Politik gemacht werden dürfe – dieser Markenkern ist ziemlich breit.

Erst einmal für alle etwas

Präziser wird es nicht – das liegt auch daran, dass die Pressekonferenz auf seinen Wunsch auf 20 Minuten beschränkt wurde. Kaum Zeit zum Nachfragen. Als Neoliberalen sieht Merz, der früher für Sozialkürzungen plädierte, sich nicht: “Ich bin von meiner ganzen Überzeugung und Neigung her ein Wirtschaftsliberaler, ein Wertkonservativer und ein sozialpolitisch engagierter Mensch”.

Also für alle was dabei – er will schließlich eine Mehrheit bekommen auf deM Parteitag – fordert eine Modernisierung, mehr Frauen in der CDU – und lässt dann doch die konservativen Stichworte fallen, mit denen er verbunden wird: “Die Modernisierung der Partei muss einschließen, dass gerade in Zeiten von Migration und Globalisierung nationale Identität und traditionelle Werte einen festen Platz in unserem Denken und Handeln haben:”

Merz kann auch mit Merkel – meint er

Der Wahlkampf ist eröffnet – Merz findet Regionalkonferenzen gut, in denen er und seine Mitbewerber Annegret Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn sich vorstellen können. Und wenn es klappen sollte am 8. Dezember – dann werde es anschließend auch mit ihm und der Kanzlerin klappen – vielleicht sogar bis zur Wahl 2021: “Ich bin der festen Überzeugung, dass Angela Merkel und ich miteinander unter diesen veränderten Bedingungen auskommen und klarkommen werden. Und zwar so, wie wir beide es dann gemeinsam beurteilen.”

Merz spricht über seine Kandidatur für den CDU-Vorsitz
tagesschau24 16:05:00 Uhr, 31.10.2018

Genau daran haben viele Zweifel, schließlich ist Merz als Merkel-Gegner bekannt, als Anti-Merkel geradezu. Eine Kurzvorstellung, preußisch knapp, die noch sehr viel offen lässt. Doch Friedrich Merz kündigt an: Er will seine Ideen in den nächsten Wochen noch präzisieren.

Friedrich Merz

Vom alten Rivalen zum Nachfolger?

Nach knapp zehn Jahren Pause zieht es Friedrich Merz zurück auf die politische Bühne: Er will CDU-Chef werden. Seine Beziehung zu Angela Merkel ist geprägt von Rivalität – aber auch von Anerkennung. Von Janina Lückoff. | mehr

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 31. Oktober 2018 um 15:00 Uhr.

Zuletzt aktualisiert: 17.11.2018, 08:21:26