Die Pendeldiplomatin

Gepostet am 25.09.2019 um 02:24 Uhr

Am Rande des UN-Gipfels trifft Bundeskanzlerin Merkel US-Präsident Trump und Irans Präsident Ruhani. Merkel und ihre Amtskollegen aus Frankreich und Großbritannien sagen, beide sollten direkt miteinander reden. Von Angela Ulrich.

Am Rande des UN-Gipfels trifft Bundeskanzlerin Merkel US-Präsident Trump und Irans Präsident Ruhani. Merkel und ihre Amtskollegen aus Frankreich und Großbritannien sagen, beide sollten direkt miteinander reden.

Von Angela Ulrich, ARD-Hauptstadtstudio, z.Zt. New York

Eine Kanzlerin, zu Fuß in New York unterwegs, auf Pendeldiplomatie im Atomstreit. Weil rund um das UN-Gelände alles abgesperrt ist, macht sich Angela Merkel zu Fuß auf – um sowohl Donald Trump als auch Hassan Ruhani zu treffen. Nicht gemeinsam, aber einen nach dem anderen. Mit dem US-Präsidenten sitzt die Kanzlerin in einem Nebensaal des UN-Gebäudes eine gute Viertelstunde beisammen. Danach geht es vier Blocks am Hudson River entlang, zum Hotel des iranischen Staatschefs. Hier spricht Merkel etwas länger – auch, weil die Übersetzung länger dauert. Ihr Fazit danach: am besten wäre, wenn Trump und Ruhani direkt miteinander sprechen würden.

Doch genau das war die Forderung aus Teheran: dass erst alle Sanktionen aufgehoben werden müssten, ehe man sich mit den USA an einen Tisch setzen wolle. Merkel verwies auf die gestrige Erklärung der drei EU-Staaten Deutschland, Großbritannien und Frankreich von gestern: dass Iran Verantwortung trage für die Drohnenangriffe auf saudische Ölanlagen.

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Merkel spricht mit mit Johnson über Brexit

Am Atomabkommen wollen Merkel aber genau wie Frankreichs Staatschef Macron und der britische Premier Johnson festhalten. Beim Treffen mit Johnson war auch der Brexit ein Thema. Das oberste Gericht Großbritanniens hatte die Parlamentspause für unrechtmäßig erklärt – morgen wollen die Abgeordneten in London wieder zusammentreten. Merkel hält sich mit einer Bewertung zurück. Aber auch auf einen ungeregelten Brexit sei man vorbereitet.

Und der UN-Klimagipfel, der eigentliche Anlass ihrer Reise nach New York? Merkel hatte sich auch kurz mit Greta Thunberg getroffen. Deren Rede fand die Kanzlerin zwar aufrüttelnd, wie sie sagt: Doch Merkel hat auch Kritik: Was Technologie und Innovation für den Klimaschutz bedeuten könnten, das hat Greta zu wenig im Blick, sagt Merkel.

Es ist ein Klimatreffen in New York, das am Ende von außenpolitischer Pendeldiplomatie zum Golf bestimmt wurde.

Zuletzt aktualisiert: 23.10.2019, 05:46:14