Maßnahmenpaket gegen Pflegenotstand

Gepostet am 16.07.2018 um 14:46 Uhr

Wie kann der Pflegejob wieder attraktiver werden, um dem massiven Personalmangel zu begegnen? Die Bundesregierung plant eine “konzertierte Aktion Pflege” und will Binnen eines Jahres ein Maßnahmenpaket vorlegen. Daniel Bauer mit den bekannten Details.

Wenn sich gleich mehrere Bundesminister ein gesellschaftlich wichtiges Thema untereinander aufteilen, dann muss das nicht unbedingt funktionieren. Stichwort: Digitalisierung. Bei der Pflege soll das jetzt aber besser laufen. Weil es kein eigenes Pflegeministerium gibt, haben sich Gesundheitsminister Spahn, Familienministerin Giffey und Arbeitsminister Heil die Sache untereinander aufgeteilt.

Das Ziel ist dabei klar definiert: Rund 50.000 zusätzliche Pflegekräfte werden gebraucht. Und das möglichst schnell. Mit drei Maßnahmen wollen die drei Minister das hinbekommen. So sollen Pfleger künftig besser bezahlt werden. Die Arbeitsbedingungen sollen auch besser werden. Und weil beides absehbar nicht ausreichen wird, um genügend Deutsche für den Job zu begeistern, sollen auch verstärkt ausländische Fachkräfte angeworben werden.

Ein Jahr Zeit haben sich Spahn, Giffey und Heil gegeben, um ihre “konzertierte Aktion Pflege” auszuarbeiten. Zusammen mit Berufsverbänden, Krankenkassen, Kirchen und Pflegeeinrichtungen.

Drei Minister, drei Maßnahmen 

Die vielleicht schwierigste Aufgabe hat dabei Hubertus Heil. Der Arbeitsminister muss für über eine Million Pfleger einen Tarifvertrag hinbekommen. Bei den unterschiedlichen Interessen von Wohlfahrtsverbänden, Kirchen und privaten Anbietern wird das schwierig. Bislang sind gerade mal 20 Prozent der Pflegejobs tarifgebunden.

Gesundheitsminister Spahn hat es da schon etwas leichter. Sein angekündigtes Sofortprogramm für 13.000 neue Pflegestellen wird einfach über den höheren Beitragssatz für die Pflegeversicherung finanziert. 0,3 Prozent im kommenden Jahr sind gesetzt. Aber Spahn hat schon deutlich gemacht, dass es – wenn nötig – bald auch mehr sein kann.

Im Arbeitsministerium von Franziska Giffey wird derweil an einer Qualifizierungsoffensive gearbeitet. Man will gezielt auf junge Menschen zugehen und für den Pflegejob Werbung machen. Und das durchaus auch bei ausländischen Jugendlichen und Flüchtlingen.

Außerdem soll ein Fachkräftezuwanderungsgesetz auf den Weg gebracht werden. Wenn es nach dem Willen der SPD geht, sogar schon in diesem Jahr.

Zuletzt aktualisiert: 16.08.2018, 00:51:08