Neu entstandene Häuser an der Schleswig Holsteinischen Ostseeküste. Foto: imago/penofoto

Wer den Makler beauftragt, soll ihn bezahlen

Gepostet am 25.02.2019 um 14:58 Uhr

Nicht nur für Mietwohnungen – auch für den Kauf von Immobilien soll das Bestellerprinzip für Makler gelten, so will es Justizministerin Barley. Der Maklerverband sieht das kritisch, berichtet David Zajonz.

Wer den Makler bestellt, der muss ihn auch bezahlen. Dieses sogenannte Bestellerprinzip gilt bei Vermietungen in Deutschland seit Sommer 2015. Davor mussten die Mieter teilweise die Vermittlungskosten tragen, auch wenn sie den Makler gar nicht beauftragt hatten. Die Bundesregierung wollte die Mieter mit dem Gesetz entlasten.

Das habe geklappt, sagt der Deutsche Mieterbund, das Bestellerprinzip sei für die Mieter sehr positiv. Dass Vermieter durch Tricks versuchen die Maklergebühren doch irgendwie den Mietern aufzudrücken, passiere nur in Einzelfällen, so die Analyse des Mieterbundes. Die finanzielle Entlastung für die Mieter sei hingegen deutlich.

Die Immobilienmakler sehen das Gesetz kritisch

Ganz anders die Sicht der Immobilienmakler. Es sei davon auszugehen, dass das Bestellerprinzip zu erheblichen Umsatzrückgängen in der Branche geführt habe, sagt der Maklerverband IVD. Viele Makler hätten sich aus dem Vermietungsgeschäft zurückgezogen und konzentrierten sich seitdem auf das Kaufgeschäft.

Entsprechend kritisch sieht der Maklerverband das jetzt von Bundesjustizministerin Barley (SPD) geplante Gesetz. Wenn das Bestellerprinzip auch auf Immobilienkäufe ausgeweitet wird, stelle sich die Frage, wie es für die Makler weitergehen solle. Auch für potenzielle Käufer sei das Bestellerprinzip negativ, argumentieren die Makler. Immobilienverkäufer würden einfach einen höheren Kaufpreis verlangen, um die Maklerkosten einzusparen. Das Bundesjustizministerium rechnet hingegen mit Einsparungen von bis zu drei Milliarden Euro jährlich für die Käufer von Wohnimmobilien.

Atuor: David Zajonz, wdr

Zuletzt aktualisiert: 26.06.2019, 06:47:43