Innenminister Seehofer in seiner bayerischen Heimat. Foto: imago/Ralph Peters

Horst goes Heimat – Minister Seehofer auf Deutschlandreise

Gepostet am 29.03.2019 um 12:04 Uhr

Man könnte glatt vergessen, dass Horst Seehofer nicht nur Innenminister ist, sondern auch zuständig für die Themen Bau und Heimat. Das soll sich jetzt ändern: Der Heimatminister geht ab heute auf Deutschlandreise.

Im Innenministerium machen sie ein ziemliches Staatsgeheimnis aus dieser Deutschlandreise. Mehr als die erste Station, Bernburg in Sachsen-Anhalt wird erstmal nicht verraten, was die weitere Reiseroute und Terminplanung angeht – Stillschweigen. Aber die Grundidee für die nächsten Monate ist klar – Horst goes Heimat:

„Bei Heimat geht es um die Verankerung und Verwurzelung, um ein kulturell angestammtes Umfeld in einer globalisierten Welt. Es geht schlicht und einfach um Zusammenhalt und Geborgenheit.“

Und Geborgenheit vermittelt sich ja eher suboptimal vom Ministerbüro in Berlin aus, für Geborgenheit muss man vor Ort zu den Leuten. Falls die überhaupt noch da sind, denn genau das ist das Problem von Regionen wie dem Salzlandkreis rund um Bernburg. Was Heimatminister Seehofer als Ziel für ganz Deutschland ausgibt:

„Dass die Menschen dort gut leben können, wo sie gerne leben wollen.“

Das ist im Salzlandkreis und anderen Regionen gar nicht so einfach. Viele Bewohner sind vom Land weg in die großen Städte gezogen, in so manchem Dorf gibt es inzwischen weder Supermarkt noch Arzt noch Kneipe und der Bus fährt viel zu unregelmäßig. All das wird sich Seehofer anhören – von Politikern wie dem örtlichen Landrat, der schon sehr konkrete Wünsche an den Minister hat. Aber auch von ganz normalen Bürgern. Eine Stunde lang nimmt sich der Minister Zeit, mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Uta Dauke, eine der Unterabteilungsleiterinnen im Ministerium, hat die Deutschlandreise mitgeplant:

„Es ist wichtig, aufzunehmen, was die Menschen umtreibt. Und nicht nur aufzunehmen, sondern dann auch zu zeigen: Wir nehmen Euch ernst und wir nehmen das mit, was ihr uns sagt. Und die Menschen müssen sehen, dass dann auch Dinge passieren.“

Bis Ende 2020 will Horst Seehofer auf Deutschlandreise sein, um herauszufinden, wo konkret wie gehandelt werden muss, damit überall gleichwertige Lebensverhältnisse herrschen. Mit diesem Zeitplan ist der Minister allerdings vergleichsweise spät dran, denn es gibt da ja noch diese Kommission „Gleichwertige Lebensverhältnisse“, die er selbst eingesetzt hat und die schon in diesem Sommer Vorschläge machen soll. Kein Problem, das läuft parallel, sagt das Ministerium. Es gibt ja auch genug zu tun für alle, sagt Seehofer selbst:

„Diese Suche nach Lösungen zur Erreichung gleichwertiger Lebensverhältnisse ist – glaube ich – eine titanische Aufgabe.“

Titanisch – aber Heimat-Horst geht es an. Heute in Sachsen-Anhalt – und irgendwann auch in den anderen 15 Bundesländern. Und man möchte fast wetten, dass der Minister alsbald nochmal im Osten vorbeischaut – schließlich wird im Herbst in drei ostdeutschen Bundesländern gewählt.

Zuletzt aktualisiert: 07.12.2019, 16:00:44