Konkret geht anders

Gepostet am 31.05.2017 um 11:27 Uhr

Mit ihrem neuen Zehn-Punkte-Plan wollen sich die Grünen aus ihrem Umfragetief befreien. Als konkret und verbindlich wird das Papier angepriesen. Doch genau das ist es nicht, findet Matthias Deiß.

Mit ihrem neuen Zehn-Punkte-Plan wollen sich die Grünen aus ihrem Umfragetief befreien. Als konkret und verbindlich wird das Papier angepriesen. Doch genau das ist es nicht.

Ein Kommentar von Matthias Deiß, ARD-Hauptstadtstudio

Wir wollen regieren, heißt es gleich zu Beginn des Zehn-Punkte-Plans: Angesichts immer weiter sinkender Umfragewerte klingt das fast schon trotzig. Der Plan ist eine Art Bierdeckel-Wahlprogramm für den Stammtisch oder den Marktplatz. Soll keiner mehr sagen können, er wisse nicht, wofür die Grünen stehen.

Das Papier ist von allen wichtigen Grünen unterzeichnet. Auch von jenen, die zuletzt öffentlich den Eindruck vermittelten, sie könnten es besser als die Spitzenkandidaten. Soll (hinterher) keiner mehr sagen können, die Spitzenkandidaten seien (alleine) Schuld an einem falschen Kurs oder schlechten Wahlergebnis. Geschlossen und entschlossen wollen die Grünen jetzt angreifen, im Wahlkampf und bei Koalitionsverhandlungen für diese zehn Punkte streiten.

Karin Göring-Eckardt und Cem Özdemir stellen in Berlin ihren Zehn-Punkte-Plan vor.

Grüne stellen Programm vor

Zehn Punkte gegen den Absturz

Die Grünen haben ein Problem: Bei den vergangenen Landtagswahlen waren ihre Ergebnisse schlecht – mit einer Ausnahme. Die Wähler fragen sich zudem, wofür die Partei eigentlich noch steht. Mit einem neuen Zehn-Punkte-Plan soll nun alles besser werden. | mehr

Alle Türen offen gehalten

Soll keiner mehr sagen können, die Grünen würden nicht mehr kämpfen. Doch so konkret und verbindlich, wie die Spitzenkandidaten behaupten, ist ihr zehn Punkte Plan nicht: In Wahrheit halten sich die Grünen weiterhin alle Türen offen. Das Programm umschifft parteiintern umstrittene Programmpunkte und beinhaltet ausdrücklich keine roten Linien.

Welche Koalition der Wähler am Ende bekommt, bleibt ebenfalls offen. Dabei ist Beliebigkeit eine der Hauptursachen für die grüne Umfragemisere. Was also bleibt? Katrin Göring-Eckardt und Cem Özdemir wollen regieren. Die Botschaft ist angekommen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 31. Mai 2017 um 11:03 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19.10.2017, 10:59:58