„Gorch-Fock“-Werft steht vor Insolvenz

Gepostet am 20.02.2019 um 00:17 Uhr

Die missglückte Sanierung des Marineschulschiffs „Gorch Fock“ ist um ein Kapitel reicher: Nach ARD-Informationen will nun die Elsflether Werft Insolvenz anmelden. Von Christoph Prössl.

Die missglückte Sanierung des Marineschulschiffs „Gorch Fock“ ist um ein Kapitel reicher: Nach ARD-Informationen will nun die Elsflether Werft Insolvenz anmelden.

Von Christoph Prössl, ARD-Hauptstadtstudio

Die Werft, in der die „Gorch Fock“ liegt, ist offenbar zahlungsunfähig. Die Geschäftsführung der Elsflether Werft will heute bei Gericht Insolvenz anmelden. Das erfuhr das ARD-Hauptstadtstudio nach einem Termin der Geschäftsführung im Verteidigungsministerium. Die Werft habe Außenstände in zweistelliger Millionenhöhe, hieß es.

Mehrere Unterauftragnehmer hätten seit mehreren Monaten kein Geld erhalten. Wie es nach einer möglichen Insolvenz weiter geht, ist offen. Eine Insolvenz bedeutet nicht, dass das Unternehmen aufgelöst werden muss. Möglich wäre auch, dass Unternehmensleitung und Gläubiger sich verständigen und der Geschäftsbetrieb weitergeht.

Kosten auf 135 Millionen Euro geschätzt

Das Verteidigungsministerium hatte angekündigt, eine Entscheidung darüber, ob an der „Gorch Fock“ weitergebaut werden soll, erst in den kommenden Wochen zu fällen. Bis Anfang Januar hatte die Bundesregierung 69 Millionen Euro für die Sanierung des Segelschulschiffes ausgegeben. Die Kosten für die Wiederherstellung waren im vergangenen Jahr auf 135 Millionen Euro geschätzt worden.

Die Elsflether Werft gehört einer Stiftung. Die Justizbehörde Hamburg hatte den Vorstand der Werft abberufen. Ihm wird Pflichtverletzung zu Lasten der Werft vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Daraufhin war auch die Geschäftsführung der Werft Ende Januar ausgetauscht worden. Die beiden neuen Geschäftsführer sind mit dem Ziel gestartet, dem Verteidigungsministerium ein Angebot zur Sanierung der „Gorch Fock“ zu unterbreiten.

„Gorch-Fock“ Werft vor der Insolvenz
Christoph Prössl, ARD Berlin
00:24:00 Uhr, 20.02.2019

Zuletzt aktualisiert: 16.06.2019, 18:40:52