Mittendrin im Regenwald: Entwicklungsminister setzt sich für Rechte der Indigenen ein

Gepostet am 12.07.2019 um 16:57 Uhr

Klimaschutz und der Schutz des Regenwaldes sind die Themen, die im Fokus der Brasilien-Reise von Entwicklungsminister Müller stehen. Nach politischen Gesprächen war er mittendrin im Regenwald und hat dort Vertreter indigenen Völker getroffen. Nina Barth ist mit dabei.

Tumbira – das ist ein kleiner Ort am Amazonas, mitten im Regenwald. Zu erreichen nur aus der Luft oder auf dem Wasser. Rund 140 Menschen leben hier – Indigene, ihre Vorfahren waren die Ureinwohner Brasiliens. Nach seinen Gesprächen mit Vertretern der neuen brasilianischen Regierung will Entwicklungsminister Gerd Müller auch mit Vertretern der Indigenen sprechen:

„Ich bin ganz bewusst hier, weil wir die indigene Bevölkerung unterstützen in ihren Rechten. Wir sagen auch ein großes Dankeschön für das, was Sie Leisten.“

Damit meint Müller den großen Anteil der Indigenen am Schutz des Amazonas aufgrund ihrer traditionellen und nachhaltigen Lebensweise.

Aber die Indigenen fühlen sich bedroht – vom neuen brasilianischen Präsidenten Bolsonaro. Deshalb ist auch Nara Bare gekommen, um den deutschen Minister zu treffen. Bare ist die führende Vertreterin des Dachverbandes der Amazonas-Indigenen. Sie erzählt, dass die indigenen Völker noch nie so bedroht gewesen seien wie im Moment. Der brasilianische Präsident Bolsonaro hat im Wahlkampf klar gemacht, dass er den Regenwald für wirtschaftliche Zwecke erschließen will. Die Rechte der Indigenen scheinen ihm unwichtig. Müller versichert, dass es für die Bundesregierung keinen Zweifel an diesen Rechten gibt:

„Ich gehe davon aus, dass das, was im Wahlkampf hier in Brasilien stattgefunden hat, nicht die reale Politik wird. Aber dazu ist auch wichtig, dass die Weltgemeinschaft, dass wir klar bekennen, dass wir uns einbringen. Und auch die brasilianische Regierung natürlich fordern.“

Auch beim Schutz des Regenwaldes. Umweltschützer schlagen Alarm. Sie sehen im neuen Präsidenten eine massive Bedrohung für den Regenwald. Auch Mauricio Voivodic von der Umwelt-Organisation WWF Brasilien ist gekommen, um mit Entwicklungsminister Müller zu sprechen:

„Ich finde, dass es sehr wichtig, dass er hier ist, um zu zeigen, wie wichtig der Schutz des Regenwaldes für Deutschland ist. Aber auch für den ganzen Planeten. Und dass die Bereitschaft da ist, die brasilianischen Bemühungen weiter zu unterstützen. Und ich finde auch: Es ist sehr, sehr wichtig, die brasilianische Regierung positiv zu beeinflussen.“

Nach den Gesprächen bekommt der Entwicklungsminister noch eine Führung durch den Dschungel rund um Tumbira. Es ist warm, die Luftfeuchtigkeit hoch – hier im Schutzgebiet der Indigenen ist der Regenwald noch in Ordnung. Ein kleines Stück Paradies auf Erden:

„Das ist ein total erhebendes Gefühl. Ich habe das Privileg, das vor Ort erleben zu dürfen. Und meine Aufgabe ist es, diese Erfahrungen in die deutsche Politik einzubringen. Und dafür zu kämpfen – für die Rechte der Indigenen und für den Erhalt des Waldes. Und dafür auch Unterstützer zu bekommen.“

Denn Entwicklungsminister Müller betont immer wieder: Zerstören wir den Regenwald, zerstören wir das Klima.

Nina Barth, zzt. Tumbira, Amazonas

Zuletzt aktualisiert: 20.09.2019, 09:56:29