Gauland und der Tag der Befreiung – ein relatives Verhältnis

Gepostet am 08.05.2017 um 17:19 Uhr

Am 8. Mai, dem Tag der Befreiung, gedenkt man in Deutschland und anderen Ländern des Endes der Nazi-Herrschaft. Manchem Zeitgenossen ist das allerdings zu simpel. Zum Beispiel AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland.

Bereits auf dem AfD-Parteitag vor zwei Wochen in Köln fragte unser Moderator Thomas Baumann den 1941 geborenen Alexander Gauland, ob der 8. Mai für ihn ein Tag der Befreiung sei. Seine Antwort, nun ja, war eher ausweichend:


In der heutigen Pressekonferenz, die eigentlich zur Besprechung der Landtagswahlergebnisse in Schleswig-Holstein einberufen wurde, stellte ein Reporter Gauland die Frage, ob sein Stolz aufs Deutschsein auch Scham in Hinsicht auf die Gräueltaten der Nationalsozialisten erlaube. Gaulands Antwort in voller Länge:


Das klingt zunächst einmal relativ harmlos. Doch “relativ” ist hier das Stichwort. Wie schon beim Interview auf dem AfD-Parteitag nutzt Gauland auch hier diese “Ja, aber”-Rhetorik: Mag ja sein, dass der Nationalsozialismus schlimm war, aber was ist mit den anderen, besseren Zeiten? Mag ja sein, dass die Nationalsozialisten die Juden ermordet haben, aber auch die Deutschen haben unter Hitler gelitten. Im Grunde genommen relativiert Gauland mit solchen Aussagen den Holocaust. Aber das war ja bestimmt nicht seine Absicht. Oder?

Zuletzt aktualisiert: 20.08.2017, 09:59:53