Gabriel auf Wirtschaftstrip in Teheran

Gepostet am 03.10.2016 um 18:08 Uhr

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel stellt dem Iran eine Vertiefung der Wirtschaftsbeziehungen in Aussicht. Karin Dohr begleitet ihn auf seiner Reise.

In der Lobby des luxuriösen Hotels Espinas mitten in Teheran: Der Gast aus Deutschland strahlt uns entgegen. Entweder guter Photoshop oder ein Jugendbild, urteilt ein Kollege aus der Pressedelegation. Jedenfalls will sich Sigmar Gabriel hier von seiner besten Seite zeigen.

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Der Typ an seiner Seite ist ein alter persischer Leibwächter, erklärt man mir. Soll Schutz und Segen bringen – kann Gabriel sicher beides brauchen auf dieser Handelsreise.

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Es ist eine spezielle Mitreise für uns Journalisten. Vor allem für die JournalistINNEN. Die meisten von uns sind zum ersten Mal in Iran, die Kleidungsvorschriften haben wir alle genau studiert und tanzen jetzt – mangels Erfahrung und passendem Kleiderschrank – in einer ziemlich seltsamen Aufmachung an. Lange, sackartige Kleider, lange Unterhosen unter Röcken (Leggings waren gerade keine zur Hand) – und das Lästigste natürlich das Kopftuch. Rutscht ständig, lässt einen noch schneller schwitzen und jedes Mal, wenn man sich umdreht, ist wieder alles außer Form. Irgendwie beruhigend, dass das auch der Gesandtin bei ihrer Begrüßungsrede für Sigmar Gabriel gefühlt 30 Mal passiert. Dabei ist sie schon mehr als ein Jahr auf ihrem Posten hier…

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Marian Schuegraf, Gesandte der Deutschen Botschaft und Sigmar Gabriel, SPD, Bundeswirtschaftsminister in Teheran/Iran.

Spaß haben wir trotzdem dabei – wenn man das nur zwei Tage lang mit spielt, hat es eher was von Karneval. Es gibt viele Fotos von Kolleginnen, die meisten wollen nicht öffentlich hier auftauchen, aber das Hauptstadtteam ist hier: Angela Ulrich vom Radio – gewagt in floralem Muster. Und ich in etwas biederem Lila.

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ARD-Korrespondentin Karin Dohr und Hörfunkkollegin Angela Ulrich. Teheran/Iran.

Die deutsche Wirtschaft will auf den iranischen Markt, hören wir ständig. Und das Seufzen: Die Italiener und Franzosen sind schneller als wir … Da geht mehr voran … Bei denen war Präsident Rohani schon zu Besuch. Wann klappt das endlich in Berlin? Den ganz großen Wettbewerbsvorteil hatten jedenfalls die Chinesen: die haben die Sanktionspolitik der USA und Europas schamlos ausgenutzt – Beweisfotos gibt es viele. Zum Beispiel: Elektrik im Hotel, alles Made in China:

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Apropos China: vieles erinnert mich hier an Peking vor 20 Jahren. Der Blick aus dem Hotelzimmer schon: die praktisch-karge Architektur, das blaue Glas. Und: der Smog. Der begleitet uns den ganzen Tag.

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Irans Hauptstadt Teheran

Sitzen jetzt im Grand Hotel, wo wir auch wohnen – im Schnitt für die Tagesschau. Morgen mehr…

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Grand Hotel Teheran

Zuletzt aktualisiert: 19.07.2018, 15:51:20