Fridays for Future: streiken statt lernen

Gepostet am 15.03.2019 um 11:50 Uhr

Weltweit demonstrieren Schüler freitags für mehr Klimaschutz – und bleiben dafür dem Unterricht fern. Ist das gerechtfertigt oder sogar notwendig? Ein Pro und Contra von Christopher Jähnert und Uwe Lueb.

Auch Busfahrer streiken nicht nach Feierabend: Christopher Jähnert

Immer mehr Schüler gehen freitags auf die Straße, um zu demonstrieren. Und warum? Um zu sagen: Hört uns bitte mal zu, es geht um unsere Zukunft. Weil sie keine Lust mehr auf die aktuelle Klimapolitik haben.

Aber dann gibt es da auch Leute wie den FDP-Chef Christian Lindner. Er sagt, dass Kinder und Jugendliche das Ganze ja gar nicht überblicken könnten. Das sei was für Profis. Davon abgesehen, dass mittlerweile auch tausende Wissenschaftler sich angeschlossen haben – also die Profis – auch die Bildungsministerin sagt, dass die jungen Leute doch lieber zur Schule gehen sollen.

Aber mal ehrlich: Wenn die Busfahrer streiken, dann tun sie das doch auch nicht nach Feierabend. Und warum? Weil es dann keinen interessieren würde. Und so ist das auch hier.

Die Äußerungen der Politiker zeigen doch sehr deutlich, wie weit entfernt die Politik wirklich von jungen Menschen ist. Und wie egal das vielen Politikern anscheinend ist, worüber sich junge Menschen Sorgen machen. Über Politikverdrossenheit braucht sich da jedenfalls keiner mehr wundern.

 

Schulpflicht ist keine Frage von Lust und Laune: Uwe Lueb

Wenn sich junge Leute Gedanken machen über die Zukunft und dafür sogar auf die Straße gehen, ist das toll. Ohne Frage. Aber doch bitte nicht während der Unterrichtszeit. Bei allem Zuspruch aus der Politik – noch hat sich da niemand gefunden, die oder der findet, dass man für die Freitags-Demos getrost den Unterricht schwänzen kann.

Wenn Sie etwa für mehr Umweltschutz demonstrieren wollen, können Sie auch nicht einfach Ihre Arbeit liegen lassen und sagen: „Ich bin dann mal weg“. Bei aller Sympathie für die Schülerdemos: Schulpflicht ist keine Frage von Lust und Laune. Und: wer arbeitet und mit seinen Steuern das teure Bildungsangebot in Deutschland finanziert, hat ein Recht darauf, dass es ernst genommen wird.

Ein Letztes, liebe Schülerinnen und Schüler: Wenn Ihr wirklich was erreichen wollt, werdet viele. Umgerechnet kommen zu Euren Demos nicht mal 10 pro Schule. Da wäre weniger mehr: Eine Großdemo ein Mal im Monat samstags würde öffentlich mindestens genauso wahrgenommen.

Zuletzt aktualisiert: 21.03.2019, 17:04:19