Gyde Jensen, FDP // imago/Metodi Popov

Frauen der politischen Zukunft: Gyde Jensen von der FDP

Gepostet am 06.03.2019 um 17:49 Uhr

Sie ist die jüngste Frau im Bundestag. Die FDP-Abgeordnete Gyde Jensen könnte eine sein, die in ein paar Jahren in der ersten Reihe steht. Franka Welz stellt sie vor.

Seit 2017 sitzt Gyde Jensen für die FDP im Deutschen Bundestag und wird auch heute gelegentlich noch für eine Praktikantin gehalten. Mit 29 Jahren ist sie die jüngste Frau im Bundestag und sieht das durchaus als Vorteil – auch bei der Auswahl ihrer Mitarbeiter: „Wir gehen anders mit bestimmten Fragestellungen um, wir hinterfragen Dinge, weil wir gar nicht wussten, wie sie sonst immer gelaufen sind und manchmal sollte man ja auch neu denken und da, glaube ich, hat die junge Generation und auch junge Abgeordnete einen enormen Vorteil gegenüber den Älteren“.

Den Respekt der älteren Kollegen verschafft Jensen sich unter anderem im Bundestagsausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe. Sie ist Vorsitzende des Gremiums – die jüngste Ausschussvorsitzende in der Geschichte des Bundestages. Wird dort zu lautstark gestritten, schaltet sie schonmal per Knopfdruck alle Mikrofone stumm oder greift, wenn das nicht hilft zur Glocke. Die Generationenfrage stellt Jensen auch regelmäßig im Bundestag, etwa in der Rentendebatte, Anfang November vergangenen Jahres: „Finanzminister Scholz hat sogar selbst einmal davor gewarnt, es gehe um die Balance der Leistungen für die Älteren und der Belastungen für die Jüngeren – was ist denn damit geworden?“

Freundlich im Ton, klar in der Sache

Aufgewachsen ist Gyde Jensen an der Nordsee in Schleswig-Holstein. Studium der Politik und Anglistik in Kiel mit Stationen in Genf und Washington. Mit 21 engagiert sie sich bei der FDP-Jugendorganisation, steigt schnell zur Chefin des Kreisverbandes Rendsburg-Eckernförde auf. Und jetzt Berlin.

Ihre Themen, zum Beispiel Außen- oder Europapolitik, denkt Jensen über Parteigrenzen hinweg, denn sie findet, ohne Kompromisse gebe es keine nachhaltigen Ergebnisse. Dabei ist sie freundlich im Ton, klar in der Sache – eine Kombination, die dem Berliner Politikbetrieb auch langfristig guttun würde.

Zuletzt aktualisiert: 13.12.2019, 16:15:23