Beim IS abgeschrieben?

Gepostet am 20.06.2016 um 12:33 Uhr

Die Bombendrohung gegen eine Air-Berlin-Maschine hatte gestern Abend für Aufregung gesorgt. Das Flugzeug wurde in Hamburg nach der Landung ohne Ergebnis untersucht. Nun gibt es nach RBB-Informationen Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Droh-Mail. Von M. Götschenberg.

Die Bombendrohung gegen eine Air-Berlin-Maschine hatte gestern Abend für Aufregung gesorgt. Das Flugzeug wurde in Hamburg nach der Landung ohne Ergebnis untersucht. Nun gibt es nach RBB-Informationen Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Droh-Mail.

Von Michael Götschenberg, RBB

Nach der Bombendrohung gegen eine Air-Berlin-Maschine auf dem Weg nach Hamburg hat der Staatsschutz München die Ermittlungen aufgenommen. Möglicherweise lässt sich feststellen, wer die E-Mail mit der Bombendrohung verschickt hat.

In Sicherheitskreisen mehren sich nach Informationen des RBB allerdings Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Drohung. Die Mail eines Absenders mit dem Namen “Islamic Caliphate Europe” war gestern Abend um 17 Uhr 19 verschickt worden. Zu diesem Zeitpunkt befand sich die Air-Berlin-Maschine Nummer 6306 mit 170 Passagieren und acht Crew-Mitgliedern bereits in der Luft auf dem Weg von München nach Hamburg.

Mail orientierte sich an IS-Schreiben

In der Mail wurde angekündigt, dass eine Gruppe das Flugzeug in die Luft sprengen werde. Der Text ist nach Informationen des RBB in großen Teilen identisch mit der Bekennerbotschaft, die der IS nach den Terroranschlägen von Paris im vergangenen November veröffentlicht hatte. DIe Bekennerbotschaft war seinerzeit auch in deutschen Medien abgedruckt worden.

Die Bundespolizei nahm die Drohung ernst, der Luftraum über Hamburg wurde für kurze Zeit gesperrt. Das Flugzeug landete um 18:34 Uhr in Hamburg und wurde auf dem Rollfeld isoliert. Maschine, Passagiere und Gepäck wurden durchsucht – gefunden wurde jedoch nichts. Das Flugzeug ist mittlerweile wieder in Betrieb.

Zuletzt aktualisiert: 16.08.2017, 23:44:33