Europa-Spitzenkandidatin der Grünen, Ska Keller // Bild: imago/Jens Jeske

#Europawahl: Wer ist Ska Keller?

Gepostet am 25.05.2019 um 15:06 Uhr

Sie hat erlebt, was es heißt, wenn eine Grenze zwei Städte trennt und ist seit zehn Jahren im Europäischen Parlament. Die Grüne-Spitzenkandidatin für die Europawahl, porträtiert von Claudia Plaß.

Ska Keller beschreibt ihre Idee von Europa am Beispiel ihres Geburtsortes Guben in Brandenburg, direkt an der Neiße, gegenüber der polnischen Stadt Gubin.

„Ich komme aus einer Grenzstadt, und da haben wir ganz konkret gesehen was es heißt, wenn eine Grenze zwei Städte trennt, und was passiert, wenn diese Grenze durchlässiger wird.“

Mit gerade mal 27 im Europäischen Parlament

Mittlerweile verbindet eine Buslinie beide Städte. Zusammenwachsen über Grenzen hinweg – Faire Verteilung von Asylsuchenden in Europa – Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit gemeinsam denken – wichtige Themen für die 37-Jährige, die Islamwissenschaft und Turkologie studiert hat und neben Deutsch noch fünf weitere Sprachen spricht.

Mit Anfang 20 tritt sie den Grünen bei. 2009, mit gerade mal 27, wird sie erstmals ins Europäische Parlament gewählt. Dort ist sie seit 2016 Ko-Fraktionschefin der Grünen und kümmert sich vor allem um Migrations- und Handelspolitik.

„Was mich antreibt, ist die Idee, dieses gemeinsame Europa zu bauen, voranzubringen, und was zu tun gegen die Ungerechtigkeiten, die wir um uns herum erleben. Sei es bei der Klimafrage – es sind die sozial schwächeren, die am meisten davon betroffen sind – mich motiviert das, was dagegen zu tun, mich einzubringen.“

Auf Wahlkampf-Tour im Elektro-Auto

Jeans und Pulli statt Jacket. Die Spitzenkandidatin der deutschen und der europäischen Grünen tritt eher zurückhaltend auf. Sie verzichtet auf die typische Spitzenkandidatinnen-Rede und beantwortet stattdessen Fragen der Bürgerinnen und Bürger. 50 – 100 kommen zu den sogenannten Townhall-Veranstaltungen.

Dass sie trotzdem kaum jemand auf der Straße erkennt, stört Ska Keller nicht. Sie erlebe viel Zuspruch, sagt sie, bei ihrer Wahlkampf-Tour durchs Land – übrigens mit einem Elektro-Auto.

Autorin: Claudia Plaß, ndr

Zuletzt aktualisiert: 19.06.2019, 07:14:57