Die SPD-Spitzenkandidatin für die Europawahl Katarina Barley. Foto: imago/photothek

#Europawahl: Wer ist Katarina Barley?

Gepostet am 21.05.2019 um 11:03 Uhr

Noch nie hat ein Minister sein Amt für Europa aufgegeben. Katarina Barley hat aber genau das vor: Die „Allzweckwaffe“ der SPD will als „Super-Europäerin“ nach Brüssel. Die SPD-Spitzenkandidatin im Porträt.

Sie als Super-Europäerin – das ist Katarina Barleys bestes Verkaufsargument in diesem Wahlkampf:

„In mir drin: Ich glaube mehr Europa als das, geht einfach nicht.“

Die geborene Kölnerin ist Halb-Britin, durch den spanisch-niederländischen Ex-Mann, den sie beim Studium in Paris kennen lernte, haben die zwei Söhne Großeltern mit vier verschiedenen Nationalitäten. An ihrem Wohnort in Trier ist Barley ganz nah dran an Luxemburg, Frankreich, Belgien.

Sie nennt sich selbst „die Allzweckwaffe der SPD“

Mit 26 tritt die heute 50-Jährige in die SPD ein, zur großen Politik kommt sie aber erst spät, macht erstmal Karriere als Juristin. Sie arbeitet als Rechtsanwältin, Richterin, in der öffentlichen Verwaltung. Vor allem von ihrer Zeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Bundesverfassungsgericht schwärmt sie noch heute.

Der Aufstieg in der Bundes-SPD geht dann blitzschnell: 2013 Einzug in den Bundestag, zwei Jahre später Generalsekretärin – Spitzname im Willy-Brandt-Haus: „Die Elfe“, seit 2017 Ministerin in verschiedenen Ressorts.

Barley hat sich selbst mal als Allzweckwaffe der SPD bezeichnet – und wer sie ein bisschen kennt, weiß, dass sie das ernst meinte, auch wenn sie es später als Karnevalsscherz abtat. Die typische politische Rampensau ist Katarina Barley definitiv nicht:

„Ich bin nicht so die Lautsprecherin, und auch nicht so die Wadenbeißerin“

Noch nie zuvor hat ein Minister sein Amt für Europa aufgegeben

Manche Genossen würden sich ein bisschen mehr Leidenschaft und Kampfesgeist wünschen, aber für die meisten ist Katarina Barley das positive Gesicht der SPD: freundlich, verbindlich, natürlich, unprätentiös. Dazu gehört, dass sie eine der wenigen Spitzenpolitikerinnen ist, die kaum Make-Up tragen.

Ihre Spitzenkandidatur ist eine Premiere: Noch nie hat eine Bundesministerin oder ein Minister sein Amt aufgegeben, um ins EU-Parlament zu gehen.

Zuletzt aktualisiert: 18.06.2019, 01:43:09