Frauen demonstrieren vor dem Brandenburger Tor für gleiche Löhne. Foto: imago/IPON

„Equal Pay Day“: Von wegen gut bezahlt

Gepostet am 18.03.2019 um 14:52 Uhr

Die Lohnlücke ist noch lang nicht überwunden. Unsere Gesellschaft muss endlich umdenken, Frauenberufe aufwerten und darüber sprechen, wer was verdient. Ein Kommentar zum „Equal Pay Day“ von Evi Seibert.

Frauenthemen machen grade wieder Schlagzeilen – und da ist gut so. Es geht nämlich nicht um Kinkerlitzchen oder Gedöns; auch die jungen Frauen von heute merken, dass sie zwar super ausgebildet sind, nach ein paar Jahren im Job aber plötzlich hinter den Männern landen.

Das Lohntransparenzgesetz macht es den Frauen zu kompliziert

Ärgerlich ist, dass Gesetze, die dagegen gemacht worden sind, nicht viel bringen. Das neue Lohntransparenzgesetz zum Beispiel. Das wurde von der Großen Koalition so weichgekocht, dass jetzt trotzdem kaum eine Frau nachweisen kann, dass sie schlechter bezahlt wird im Gegensatz zu gleichwertigen männlichen Kollegen.

Das Gesetz macht es den Frauen zu kompliziert. Außerdem sind viel zu viele Betriebe ausgenommen, weil sie weniger als 200 Beschäftigte haben. Wer was verdient – und wer was extra bekommt, muss offen und transparent werden. Da müssen wir auch als Gesellschaft umdenken.

Beruf oder Familie? Das sollten Frauen freier entscheiden können

Punkt zwei: Die Berufe, in denen Frauen überwiegend arbeiten, müssen besser bezahlt werden. Wer am Fließband ein Auto baut, darf der Gesellschaft nicht mehr wert sein, als jemand der sich um Kinder kümmert oder Kranke pflegt.

Und drittens: Dass Frauen in ihrer Laufbahn Pausen machen und deswegen am Ende schlechter dastehen, ist nicht immer freiwillig. Wenn es bessere und möglichst kostenlose Kinderbetreuung gäbe – und dazu noch mehr Männer ebenfalls eine Pause für Kinder und Familie machen würden – dann könnten Frauen sich auch freier entscheiden, ob sie mehr Beruf oder mehr Familie wollen.

Zuletzt aktualisiert: 20.04.2019, 21:09:12